Pilotprojekt

Wie Parkmanager in Mitte das Sicherheitsgefühl steigern

Täglich laufen Sicherheitsleute in Mitte ihre Runden. Das Projekt kommt sehr gut an.

Bei heißen Temperaturen im Monbijoupark in der Sonne liegen, das ist viel entspannter, wenn man sich sicher fühlt – dank der Parkmanager.

Bei heißen Temperaturen im Monbijoupark in der Sonne liegen, das ist viel entspannter, wenn man sich sicher fühlt – dank der Parkmanager.

Foto: Christoph Soeder / dpa

Berlin. Sie sind unschwer zu übersehen in ihren leuchtgrünen Poloshirts. Die Parkmanager von Mitte. Ihre einzige Waffe: das Wort. Zu betreuen: Tausende Parkbesucher. Seit dem 1. Juli sind sie im Einsatz. Ziel des Pilotprojektes war, durch Ansprechen der Besucher Vermüllung an öffentlichen Plätzen und Parks aber auch vergnügungssüchtigem Treiben wie Grillen oder Partys Einhalt zu gebieten.

Am Donnerstag zog Sabine Weißler (Grüne), Bezirksstadträtin für Kultur und Umwelt, erste Zwischenbilanz und gibt sich sehr zufrieden. „Durch die direkte Ansprache wird das Bewusstsein für ein sauberes und rücksichtsvolles Miteinander gestärkt. Mittlerweile ist durch diese Arbeit das Verständnis merklich gewachsen. Auch das Sicherheitsempfinden nimmt zu.“ Einsatzgebiete der Parkmanager sind der Mon­bijoupark, der Volkspark am Weinbergweg, der Park am Nordbahnhof, der Volkspark Rehberge, der Schillerpark und der komplette Tiergarten.

„Längerer Erziehungsprozess“

„Anfangs gab es noch eine Menge Gegenwind. Da wird man von Hundebesitzern blöd angemacht, wenn man sie auf die Leinenpflicht hinweist“, berichtet Projektleiter Alexander George. Er meint, dass es sich bei dieser Arbeit um einen längeren Erziehungsprozess handele und zwei Monate noch eine kurze Zeit sind. Seit Beginn des Projektes verzeichnet sein Team 1920 Ansprachen. 856-mal davon mussten Hundehalter an die Leinenpflicht erinnert werden. 56-mal wurden Besucher auf das Grillverbot hingewiesen, und 29-mal griffen die Teams zum „mahnenden Wort“, weil sich einige Besucher wohl dachten, bei der Sommerhitze biete sich ein Schäferstündchen im Park an.

Sieben Tage die Woche, jeweils vom Nachmittag bis in den späten Abend sind mindestens zwei Mitarbeiter vor Ort und laufen Runden oder kontrollieren Hotspots. Strafen oder Platzverweise verhängen dürfen sie nicht. Das ist Aufgabe der Behörden. Der Sicherheitsdienst fungiert in erster Linie als Ansprechpartner. Immer mit dabei: ein Onlinekontroll­gerät, mit dem Verstöße oder Verunreinigungen sofort aufgenommen werden können. Geschult werden die Teams in Konfliktbewältigung, auch um kulturelle Gräben schnell zu überbrücken. Für den Bezirk, der mit ökologischem und finanziellem Aufwand durch Pflege, Erhalt und Reinigung der Parks zu kämpfen hat, eine Entlastung.

Bezirksamt will das Projekt möglichst fortsetzen

Besonders arbeitsintensiv sei laut Alexander George der Ostteil des Tiergartens. Dort musste bereits mithilfe der Behörden eingeschritten werden. Im Großen und Ganzen werde das Team der Parkmanager hier aber positiv wahrgenommen. „Wir haben viele Menschen, die uns ansprechen und sagen, wie gut es ist, dass es uns jetzt hier gibt. Vor allem älteren Menschen gibt das ein Gefühl der Sicherheit“, so der Projektleiter des Sicherheitsdienstes.

Das Projekt läuft bis zum 31. Oktober diesen Jahres. Wenn es nach dem Bezirksamt geht, soll die Arbeit in den nächsten Jahren fortgesetzt und verfestigt werden. Die Finanzierung des Parkmanagements in den Bezirken wird aus Sondermitteln der Senatsverwaltung für Umwelt genommen. Zum Ende des Jahres soll es eine Gesamtauswertung geben, wie sich die Betreuung durch einen Sicherheitsdienst als Ansprechpartner und Hüter der Anlagen vor Vandalismus und Müll ausgewirkt hat.