Berlin-Mitte

Beim Veganen Sommerfest gibt es Soja auf dem Alexanderplatz

Mehr als 65.000 Besucher werden zum Veganen Sommerfest in Mitte erwartet. Dort kann auch am Sonntag noch geschlemmt werden.

Emily Kaiser (l.) und Michaela Wagner essen Pommes beim Veganen Sommerfest auf dem Alexanderplatz.

Emily Kaiser (l.) und Michaela Wagner essen Pommes beim Veganen Sommerfest auf dem Alexanderplatz.

Foto: Sergej Glanze

„Ist es gerechtfertigt, ein Lebewesen nur für den Geschmack zu töten?“, fragt Michaela Wagner. Vor neun Jahren habe sie sich das erstmals mit „nein“ beantwortet. Seitdem lebt die heute 44-Jährige vegetarisch und wurde kurz darauf Veganerin. Auch für ihre Freundin Emily Kaiser steht das Tierwohl im Vordergrund. „Außerdem ist es gut für die Umwelt, ein tolles Lebensgefühl und wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus“, sagt die 21-Jährige. Aber das sei Bonus.

Kaiser und Wagner sind extra aus ihrer Heimat Salzburg zum Animal Rights March am Sonntag nach Berlin gekommen. Am Sonnabend machen sie Station auf dem Veganen Sommerfest am Alexanderplatz. Das findet zum 12. Mal statt und läuft bereits seit Freitag. Bis Sonntagabend werden mehr als 65.000 Besucher erwartet. „Wir wollen zeigen, dass eine nachhaltige und tierfreundliche Lebensweise nicht nur sinnvoll, sondern eine sehr große Bereicherung für uns alle ist und Spaß machen kann“, sagt Anna-Lena Klapp, Sprecherin von ProVeg. Die Ernährungsorganisation hat das Fest gemeinsam mit dem Tierrechtsbündnis Berlin-Vegan und der Albert-Schweitzer-Stiftung organisiert.

Döner aus Seitan und Gemüse

Mehr als 130 Stände sind über den gesamten Platz verteilt. Der Fokus liegt dabei eindeutig auf dem Essen. Es gibt italienische und asiatische Gerichte, vegane Burger, Pommes oder Eis. „Wir nehmen Seitan, Soja, Kichererbsen, ganz viele Kräuter und Gemüse“, erklärt Louise Hentschel vom Vöner-Stand. Das werde dann gekocht und bildet die Grundlage für den veganen Döner, den es für sechs Euro gibt.

Auch Martina Schaffer verwendet Soja statt Ei, um den Teig für ihre veganen Belgischen Waffeln zu binden. Das wiederum schmeckt Tamara Holenstein, die sich eine große Portion mit Erdbeeren bestellt hat. „Ich hatte ein Burnout und Stimmungsschwankungen. Seit ich vegan lebe, ist das weg“, sagt die 38 Jahre alte Bloggerin und Bodybuilderin, die extra zum Fest aus Winterthur in der Schweiz angereist ist.

Neben dem Essen gibt es aber auch Stände mit veganer Kleidung oder Kosmetik. Verschiedene Tierrechtsorganisationen informieren über ihre Arbeit. Auf einer großen Bühne treten Musiker auf und es gibt Kochshows. In einem Zelt halten Ernährungsexperten Vorträge. Dort werden auch ökologische wirtschaftliche und soziale Aspekte des veganen Lebens diskutiert.

Fest hat auch am Sonntag noch geöffnet

Das Publikum sei überwiegend vegetarisch und vegan, sagt ProVeg-Sprecherin Klapp. „Aber auch Passanten kommen, essen etwas Leckeres und machen sich dann Gedanken.“ Jeder sei eingeladen, einfach mal zu schauen. Das geht auch am Sonntag noch. Zwischen zwölf und 18 Uhr ist das Vegane Sommerfest auf dem Alexanderplatz geöffnet.