Molkenmarkt

Mitte will Mühlendammbrücke und Leipziger Straße verkleinern

Wie eine „Autobahn“ sei die Mühlendammbrücke, sagt Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe. Er fordert, den Durchgangsverkehr zurückzudrängen.

Die Mühlendammbrücke ist Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe zu breit.

Die Mühlendammbrücke ist Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe zu breit.

Foto: dpa Picture-Alliance / Bildagentur-online/Joko

Mit vier Spuren je Richtung sowie einem breiten Parkstreifen schlägt die Mühlendammbrücke eine breite Verkehrsschneise durch Mittes historisches Zentrum. Zu überdimensioniert, findet Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe und stellt sich gegen die Pläne des Senats. Der Baustadtrat fordert eine Verschmälerung der Mühlendammbrücke zwischen Molkenmarkt und Fischerinsel.

Mühlendammbrücke muss neu gebaut werden

Die Mühlendammbrücke soll wegen Baufälligkeit ab 2022 neu gebaut werden. Die von Verkehrssenatorin Regine Günther (Grüne) geführte Verkehrsverwaltung und die Katrin Lompschers (Linke) Stadtentwicklungsverwaltung planen für den Neubau eine ähnlich breite Brücke mit drei Fahrspuren pro Richtung, einer Straßenbahntrasse sowie Radwegen und Bürgersteigen. „Das ist eine Autobahnbrücke und sieht vollkommen fremdartig aus neben dem Nikolaiviertel“, sagte Gothe.

Er fordert, die Zahl der Autospuren auf der Brücke zu halbieren. Neben der Straßenbahn sollten zwei Spuren pro Richtung reichen. „Man muss das radikaler handhaben und ernsthaft den Durchgangsverkehr rausdrängen“, erklärte der Baustadtrat. Dafür müsse auch die anschließende Leipziger Straße zurückgebaut werden.

Allianz fordert Häuser auf der neuen Mühlendammbrücke

Für lediglich zwei Spuren je Richtung sprach sich im Frühjahr auch die „Allianz für einen neuen Mühlendamm“ aus, ein Zusammenschluss von 14 Vereine und Initiativen. Sie forderten Günther und Lompscher in einem offenen Brief auf, die aktuellen Pläne zu stoppen.

Zu den Unterzeichnern gehörte eine breite Liste von Vereinen und Initiativen. Darunter der Architekten- und Ingenieur-Verein zu Berlin, die Gesellschaft Historisches Berlin und die Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg. Aber auch Verkehrsinitiativen wie der Berliner Fahrgastverband IGEB und die Fußgängervereinigung Fuss e.V. Ihr Ziel sei eine Reduzierung des Autoverkehrs an der Stelle, um das Gebiet attraktiver zu machen. Die Allianz plädiert zudem dafür, die neue Mühlendammbrücke mit Häusern zu bebauen, wie es zu früheren Zeiten bereits der Fall war.

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