Richtfest

Wohnturm „Grandaire“ am Alexanderplatz wächst in die Höhe

| Lesedauer: 4 Minuten
Das Wohnhochhaus „Grandaire“ am Alexanderplatz hat am Donnerstag Richtfest gefeiert (Simulation).

Das Wohnhochhaus „Grandaire“ am Alexanderplatz hat am Donnerstag Richtfest gefeiert (Simulation).

Foto: Giorgio Gullotta / Reggeborgh

Beim „Grandaire“ am Alexanderplatz schreiten die Arbeiten voran. Überschattet wurde das Richtfest von Aussagen zum Mietendeckel.

Berlin. Es geht aufwärts am Alexanderplatz – zumindest was die neuen Hochhäuser rund um den zentralen Platz im Osten Berlins betrifft. Eines der Bauprojekte, der Wohnturm „Grandaire“, konnte am Donnerstag Richtfest feiern. Damit nimmt das erste neue Wohnhochhaus am Alexanderplatz seit dem Fall der Mauer Gestalt an.

In dem Bau entstehen 269 neue Wohnungen, 164 davon als Eigentumswohnungen im 65 Meter hohen Turm, die restlichen 105 zur Miete in einem L-förmigen Riegel. Im Erdgeschoss sind Einzelhandelsflächen mit insgesamt 950 Quadratmetern vorgesehen, hier wird es Raum für acht Geschäfte geben. „Wir bieten mehr als reine Wohnungen“, sagte Johannes Hegeman, Geschäftsführer des Investors Reggeborgh Investment & Management beim Richtfest.

Wohnungen im „Grandaire“ kosten zum Teil mehr als eine Million Euro

Das Gebäude verfüge über eine großzügige Lobby samt Concierge-Service für alle Bewohner. Zudem gebe es in dem Hochhaus eine große Terrasse in 40 Metern Höhe, einen Fitnessraum sowie insgesamt 340 Quadratmeter umfassende Spielflächen für Kinder. Bei der Innenausstattung können die Käufer zwischen mehreren Designlinien wählen. Die Wohnungen sind mit Eichenparkett ausgelegt. Raumhohe Panoramafenster geben den Blick frei nach draußen, zu jeder Wohnung gehört zudem eine Loggia.

Solche Ausstattungen haben ihren Preis. Eine 77 Quadratmeter große Wohnung im 17. Stock etwa kostet rund 1,15 Millionen Euro, Quadratmeterpreis fast 15.000 Euro. Doch abschreckend auf die Käufer wirke das nicht, so Hegeman. 70 Prozent der Eigentumswohnungen seien bereits verkauft. „Das zeigt, dass wir einen richtigen Nerv getroffen haben.“ Nach den Sommerferien wollen die Investoren dann mit der Vermietung der Mietwohnungen beginnen.

Fertigstellung des „Grandaire“ für Herbst 2020 geplant

Der Bau schließt im Osten direkt an das seit seinem Bau umstrittene Shoppingcenter Alexa an. Über dessen architektonische Qualität könne man „geteilter Meinung sein“, sagte die anwesende Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Umso größer sei bei der Entwicklung des „Grandaire“ die Herausforderung gewesen, einen Bau zu planen, der nicht in zu starkem Kontrast zum leuchtenden Nachbargebäude steht. „Wir haben eine Farbe gesucht, die irgendwie zu diesem rot passt – was nicht leicht war“, gestand Lüscher. Doch am Ende, befand sie, sei nach vielen Diskussionen etwas Gutes heraus gekommen. Das „Grandaire“ präsentiert sich nun in einer Hülle aus hellem Naturstein.

Auch grundsätzlich füge sich der Bau in die Umgebung aus Klosterviertel einerseits und dem metropolitanem Gebiet um den Alexanderplatz andererseits ein, befand Lüscher. „Ich glaube, dass das sehr gut gelungen ist.“ Bis sich die Bewohner davon überzeugen können, dauert es noch. Die Fertigstellung ist für Herbst 2020 geplant.

Aufregung um Mietendeckel beim Richtfest

Nebenbei sorgte jedoch auch der Mietendeckel für Aufregung. Hegeman kritisierte in seiner Rede, dass auch Neubauprojekte von der angestrebten Regelung betroffen seien. Zwar seien noch im Bau befindliche Wohnhäuser zunächst ausgenommen. Bei einer Zweitvermietung träfe der Mietendeckel jedoch auch sie. Zudem dürfte auch bei Neubauten die Miete innerhalb der fünfjährigen Moratoriums nicht erhöht werden.

„Jedes Jahr steigen die nichtumlagefähigen Kosten“, so Hegeman. Die Renditen der Eigentümer würden dadurch sinken. Die Warnung des Geschäftsführers: „Viele Investoren überlegen sich, ob man die Wohnungen dann nicht besser als Eigentum verkauft.“ Damit reduziere sich das Angebot an Mietwohnungen nur noch mehr. Er glaube, dass das vom Senat so nicht beabsichtigt war. Lüscher nahm die Aussagen zur Kenntnis, bezog jedoch nicht direkt Stellung. „Ich höre sehr gut zu, was diskutiert wird und was ihre Sorgen und Nöte sind.“

Mehr Nachrichten aus dem Bezirk Mitte lesen Sie hier.

Nie mehr etwas aus Mitte verpassen und mit anderen über das Geschehen im Bezirk diskutieren? Treten Sie unserer Facebook-Gruppe „Unser Mitte“ bei.