Mitte und Reinickendorf

Neuer Gaga-Radweg an der Residenzstraße gefährdet Verkehr

Bäume zwingen Radfahrer vom Radweg zu Schlenkern auf den Fußweg. Der ADFC fordert die Bezirke zum Nachbessern auf.

An der Residenzstraße stehen Radfahrern Baumstämme im Weg.

An der Residenzstraße stehen Radfahrern Baumstämme im Weg.

Foto: Charlotte Bauer

Berlin und seine Radwege: Das Thema sorgt zuverlässig für Aufmerksamkeit, ob es nun um den berühmten Zehlendorfer Zickzackweg, um ein paar hundert Meter Radweg für eine knappe halbe Million Euro wie an der Hasenheide oder um die Schönhauser Allee geht, an der sich Parklets und Radfahrer gegenseitig im Weg sind. Neuester Aufreger: der Radweg an der Residenzstraße in Mitte und Reinickendorf.

Hintergrund: So verrückt können Radwege in Berlin sein

Der ist einerseits ein ganz normaler Radweg, wie ihn die Berliner kennen – zugeparkt natürlich. Andererseits hält er aber für Radfahrer, die sich um die dort abgestellten Autos herumschlängeln, noch ein paar Überraschungen bereit. Fünf, um genau zu sein. Fünf Bäume, die mitten auf dem Radweg stehen – der Radweg führt über die Baumscheiben, durch Sand und über Wurzeln. Radfahrer müssen auf der Straße oder dem Fußgängerweg weiterfahren.

"Grünflächen sind auch wichtig, aber Sicherheit geht vor"

„Ich muss immer irgendwie ausweichen“, schimpft eine Passantin. „Da sollte schleunigst was geändert werden“, findet die 70-Jährige aus Reinickendorf. Auch jüngere Radfahrer tun sich schwer mit der Strecke: Der 21-jährige Marcin ist ebenfalls der Meinung, dass hier etwas getan werden muss: „Das ist wirklich gefährlich so. Es gibt deswegen häufig Streitigkeiten mit Fußgängern.“ Die 14-jährige Katja aus Reinickendorf ergänzt: „Grünflächen sind zwar auch wichtig, aber die Sicherheit geht vor.“

Zwei Bezirksämter an Planung beteiligt

Ob und was genau am Radweg an der Residenzstraße passieren wird, ist nach Angaben des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) derzeit noch unklar. Die beiden zuständigen Bezirksämter Reinickendorf und Mitte waren am Dienstag für Stellungnahmen nicht erreichbar. Nikolas Linck, Pressesprecher des ADFC, sagte der Berliner Morgenpost: „Eigentlich ist die Angelegenheit eine ganz klare Sache, denn das Mobilitätsgesetz besagt, dass entlang jeder Hauptstraße Berlins der Fahrradweg breit genug zum Überholen und vor dem Autoverkehr geschützt sein muss. Deswegen muss auch hier etwas passieren.“