Chausseestraße

Mauerdenkmal „Kaninchenfeld“ verfällt

Zur Erinnerung an die Berliner Mauer wurde 1999 das Denkzeichen „Kaninchenfeld“ errichtet. Heute ist es zu großen Teilen verschwunden.

Kleine Entdeckungen: Kaninchenfeld

Kleine Entdeckungen: Kaninchenfeld

Foto: Sebastian Blottner

Über Jahrzehnte war die Berliner Mauer eine schier unüberwindbare Grenze. Nur nicht für Kaninchen. Sie gruben ihre Gänge unter den Mauern hindurch und lebten am Grenzübergang Chausseestraße im Todesstreifen. An diese „Grenzüberschreitung“ als Zeichen der Freiheit erinnert seit 1999 das Denkzeichen „Kaninchenfeld“. Dafür wurden insgesamt 120 von der Künstlerin Karla Sachse entworfene lebensgroße Kaninchenumrisse als Messingplatten in die Fahrbahn und den Gehwegbereich des ehemaligen Grenzübergangs Chausseestraße in Wedding eingelassen.

Doch davon ist heute noch noch ein Bruchteil zu sehen. „Von den ursprünglich 120 Intarsien sind aktuell noch 63 vor Ort auffindbar“, teilte Kulturstaatssekretär Torsten Wöhlert (Linke) auf eine schriftliche Anfrage des Grünenabgeordneten Andreas Otto mit. Die anderen seien durch den starken Straßenverkehr, Bauarbeiten sowie Neubauprojekte nicht mehr im Boden vorhanden oder lägen vergraben unter neuen Asphaltschichten. Auch die ursprünglichen Hinweistafeln seien nicht mehr vorhanden beziehungsweise nicht mehr lesbar.

„Kaninchenfeld“ soll teilweise wiederhergestellt werden

„Dieser Zustand kann nicht länger akzeptiert werden“, sagt Otto. Das Denkzeichen müsse endlich wieder hergestellt werden. Eine Rekonstruktion jedoch sei nicht möglich, lässt Staatssekretär Wöhlert wissen. In Teilen der Straße könnten die Messing-Kaninchen nicht dauerhaft installiert werden. Zeitnah solle jedoch eine „behutsame Revitalisierung“ durchgeführt werden.

Otto hält eine Herrichtung bis zum anstehenden Mauerjubiläum für gegeben. „Das 30. Jubiläum der friedlichen Revolution und des Mauerfalls im Herbst 2019 ist dafür der richtige Anlass.“ Dass jedoch kann die Senatskulturverwaltung nicht garantieren. Zwar werde eine Fertigstellung bis zum 9. November 2019 angestrebt, könne jedoch „nicht verbindlich zugesichert werden“, so Wöhlert.

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