Alex-Koordinator

Mammut-Projekt Alexanderplatz: Der Bezirk braucht Hilfe

Der Senat muss dem Alexanderplatz endlich die Aufmerksamkeit geben, die er verdient, meint Christian Latz.

Am Alexanderplatz soll vieles besser werden.

Am Alexanderplatz soll vieles besser werden.

Foto: Jürgen Ritter / imago/Jürgen Ritter

Weihnachtspyramide und Ramschbuden das ganze Jahr über, kaum Aufenthaltsqualität und Schmuddelecken: Die Zahl der gravierenden Probleme am Alexanderplatz ist lang und ließe sich beliebig fortsetzen. Zu viel liegt am wohl bekanntesten Platz der Stadt im Argen.

Dass Mittes Bezirksbürgermeister den Platz zur Chefsache erklärt hat und Anfang des Jahres einen eigenen Manager für den Platz einsetzte, ist daher absolut richtig. Zu lange hat sich der Bezirk im Dickicht der Zuständigkeiten und der Vielzahl der beteiligten Akteure verheddert. Zu oft wurden zwischen Verwaltung und Anrainern vor allem Vorwürfe ausgetauscht, als gemeinsam nach Lösungen zu suchen.

Die Bilanz nach 100 Tagen Alex-Koordinator fällt bescheiden aus

Genau das soll Andreas Richter in seiner Funktion als Alex-Manager – halt stop – Alex-Koordinator besser machen. Doch genau hier fängt das Problem schon an. Von Dassels großspurige Manager-Ankündigung hat die Erwartungen wachsen lassen, dass mit Richter alles schlagartig besser wird.

Das konnte natürlich nicht erfüllt werden. Entsprechend überschaubar fällt die erste Zwischenbilanz nach 100 Tagen aus. Der Bezirksbürgermeister und sein Manager sind dabei, wichtige Probleme am Alexanderplatz anzugehen. Doch das braucht Zeit.

Historische Bedeutung des Alex ist enorm, der Zustand grausig

Bei bis zu mehr als einem Dutzend beteiligter Akteure aus Verwaltung, landeseigenen Betrieben und privaten Unternehmen geht es nur langsam voran. Hinzu kommt: Um die Aufenthaltsqualität wirklich zu erhöhen, ist mehr nötig, als der Bezirk alleine umzusetzen im Stande ist.

Hier muss viel mehr Unterstützung vom Senat kommen, zum Beispiel beim Problem des ständigen Budenzaubers. Wirklich effektiv lässt sich der nur mit einer Änderung des Straßengesetzes lösen. Die historische Bedeutung des Alexanderplatzes ist enorm, doch der Zustand grausig. Der Senat muss dem Platz endlich die Aufmerksamkeit geben, die er verdient.

Mehr Nachrichten aus dem Bezirk Mitte lesen Sie hier.
Nie mehr etwas aus Mitte verpassen und mit anderen über das Geschehen im Bezirk diskutieren? Treten Sie unserer Facebook-Gruppe „Unser Mitte“ bei.