Nahverkehr

U-Bahnschaden: Schönhauser Allee bleibt wochenlang gesperrt

BVG braucht mehr Zeit für Tunnel-Reparatur am Rosa-Luxemburg-Platz. Auch der Aufzug-Einbau am Viktoria-Luise-Platz verzögert sich.

Wegen des Schadens an der Tunneldecke auf der U-Bahnstrecke zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Senefelderplatz ist die Einfahrt von der Torstraße in die Schönhauser Allee bis auf weiteres gesperrt. 

Wegen des Schadens an der Tunneldecke auf der U-Bahnstrecke zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Senefelderplatz ist die Einfahrt von der Torstraße in die Schönhauser Allee bis auf weiteres gesperrt. 

Foto: Thomas Fülling

Die Reparatur des U-Bahn-Tunnels am Rosa-Luxemburg-Platz in Mitte ist aufwendiger als bislang gedacht. „Die Arbeiten sind nicht so einfach. Zunächst muss der Schaden genauer untersucht und auf dieser Basis eine Vorplanung erstellt werden“, teilte Petra Nelken, Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), auf Nachfrage mit. Aufgrund des erwarteten Arbeitsumfangs müsse der Auftrag voraussichtlich noch EU-weit ausgeschrieben werden. „Unsere Fachleute von der Bauabteilung hoffen darauf, dass der Schaden bis zum Sommer repariert werden kann. Aber versprechen kann das im Moment keiner“, sagte Nelken.

Mit Straßensperrung Erschütterungen verhindern

Das hat Folgen: So muss die seit der Vorwoche bestehende Sperrung der Schönhauser Allee in Richtung Norden an der Kreuzung mit der Torstraße in den nächsten Wochen bestehen bleiben. Mit der Straßensperrung sollen Erschütterungen verhindert werden, die zu weiteren Schäden an der Tunneldecke des U-Bahnschachts führen. Auch eine weitere Vorsichtsmaßnahme bleibt in Kraft: Die Züge der U2 in Richtung Pankow dürfen bei der Ausfahrt aus dem U-Bahnhof Rosa-Luxemburg-Platz nur im Schritttempo fahren. Auswirkungen auf den Fahrplan soll die Einschränkungen aber laut Nelken nicht haben.

Mitarbeiter der BVG hatten, wie berichtet, vor einer Woche bei einer Routinekontrolle zwischen den Stationen Rosa-Luxemburg-Platz und Senefelderplatz eine verdächtige Stelle an der Tunneldecke entdeckt. Auf 80 Zentimeter Länge wurde von ihnen loser Beton abgeschlagen, dahinter liegt ein Hohlraum, der dort nicht sein darf. Aus Sicherheitsgründen wurde der Zugverkehr auf der U2 in diesem Bereich mehrfach unterbrochen.

Der mehr als 100 Jahre alte Schacht ist – wie ein Großteil des Tunnelnetzes – direkt unter der Fahrbahn angelegt worden. Diese typische Bauweise aus der Anfangszeit der Berliner U-Bahn ist der fehlenden Erfahrung und dem sandigen Untergrund in Berlin geschuldet.

Arbeiten am Viktoria-Luise-Platz kommen nicht voran

Doch nicht nur an der U2, auch an anderen Strecken der Berliner U-Bahn dauern Bauarbeiten länger als gedacht. Wie BVG-Sprecherin Nelken bestätigte, verzögert sich am U-Bahnhof Viktoria-Luise-Platz (Linie U4) der geplante Einbau eines Aufzugs. Zu diesem Zweck ist bereits seit Juni vergangenen Jahres ein Zugang des Bahnhofs gesperrt. Anwohner klagen seither darüber, dass kein Baufortschritt zu erkennen sei.

Laut BVG-Sprecherin Nelken haben Bauleute bei der Freilegung der Stützen im Eingangsbereich starke Schäden an der Bausubstanz festgestellt. Diese hätten Umplanungen sowie zusätzlich Abstimmungen erforderlich gemacht. An anderen Stellen seien die Arbeiten aber fortgesetzt worden (Raumabriss, Stützenfreilegung, Schuttentsorgung, Anlieferung von Hilfsmaterialien etc.). Für diese Arbeiten sei die Baustellenfläche hinter den Bauzäunen ebenfalls notwendig, so Nelken. Ein Verschieben der Zäune wäre unnütz, da jedes Mal zusätzliche Genehmigungen erforderlich wären.

EU-weite Ausschreibung für Arbeiten an Uhlandstraße nötig

Seit Wochen gesperrt ist auch der westliche Zugang zum U-Bahnhof Uhlandstraße (Endstation U1). Auch dort hatte sich herausgestellt, dass die Tragwerkskonstruktion für die Treppe so schwere Schäden aufweist, dass eine Grundinstandsetzung des Bahnhofszugang erforderlich ist. Laut BVG ist die Bauplanung inzwischen abgeschlossen, erforderlich sei aber auch in diesem Fall eine EU-weite Ausschreibung des Auftrags. Einen konkreten Starttermin für die Arbeiten konnte die BVG wegen des laufenden Verfahrens bislang nicht nennen. Ziel sei aber, den Ausgang im Sommer 2020 wieder zu eröffnen.