Alexanderplatz

Bezirk Mitte will Events am Alex zurückdrängen

Am Alexanderplatz herrscht häufig Budenzauber. Der Bezirk will das unterbinden - hat aber kaum Möglichkeiten.

Feste wie das Oktoberfest auf dem Alexanderplatz sind Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) ein Dorn im Auge (Archiv).

Feste wie das Oktoberfest auf dem Alexanderplatz sind Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) ein Dorn im Auge (Archiv).

Foto: imago stock&people / Florian Schuh

Berlin.  Ob Oktoberfest, Weihnachts-, oder aktuell der Ostermarkt, der Alexanderplatz ist zu vielen Zeiten des Jahres mit Buden und Ständen aller Art in Beschlag genommen. Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) ist das seit langem ein Dorn im Auge. Gerne würde er die Zeiten einschränken, zu denen Veranstaltungen auf dem Platz stattfinden können. Doch das ist nicht möglich.

Grund ist eine vor einigen Jahren geänderte Formulierung im Berliner Straßengesetz. Die Erlaubnis für Veranstaltungen ist mit einer „Soll“-Bestimmung geregelt. Entsprechend ist das Amt angehalten, alle Events zu genehmigen. „Da kein Oktoberfest zuzulassen, ist unter diesen Voraussetzungen schwer“, sagte von Dassel.

Bezirk reduziert Tage mit Events auf dem Alexanderplatz

Seit langem drängt der Bürgermeister deshalb auf eine „Kann“-Regelung für das Straßengesetz. Zwar gab es dazu Gespräche mit der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz. Bisher jedoch ohne Ergebnis.
Deshalb versucht von Dassel es nun erneut und baut Druck auf den Senat auf. In der kommenden Sitzung des Rats der Bürgermeister im Mai will der Grüne einen entsprechenden Antrag einbringen.
Zumindest über eine andere Regelung kann der Bezirk nun aber die Tage voller Rummel auf dem Alexanderplatz etwas mehr beschränken. Bisher sah eine Regelung vor, an 120 Tagen im Jahr Veranstaltungen auf dem Platz zuzulassen. Nun gelten die 120 Tage inklusive Auf- und Abbau der Stände und Buden. „Wir schränken die Zeiten dadurch spürbar ein“, so der Bezirksbürgermeister.

Geburtstagsfeier der Weltzeituhr wegen Oktoberfest gefährdet

Nicht mehr helfen werden all die Bemühungen im laufenden Jahr. Für 2019 sind die Messen gesungen, alle Veranstaltungen längst beantragt, so von Dassel. Mit einem großen Problem: Im Herbst feiert die Weltzeituhr 50. Geburtstag. Eigentlich soll es ein großes Fest zu diesem Anlass geben. Doch wie ist unklar. Zu diesem Zeitpunkt ist bereits das Oktoberfest auf dem Platz genehmigt. „Wir müssen irgendwie gucken, wie der Geburtstag da noch reinpasst“, so von Dassel.
Gleichzeitig denkt der Bürgermeister über andere Ideen nach, wie qualitativ hochwertigere Events auf den Platz kommen könnten. „Vielleicht müssen wir aktiv werden und überlegen, was wir da haben möchten.“ Kulturelle Veranstaltungen könnten so initiiert oder Veranstalter ermuntert werden, diese anzumelden. Bis es soweit ist, bleibt der Budenzauber dem Platz erhalten.

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