Problemplatz

Diese Aufgaben hat der Manager vom Alexanderplatz

Der Alexanderplatz hat jetzt einen eigenen Manager. Mit diesen Konzepten will er den Platz wieder lebendig machen.

Andreas Richter soll als Alexanderplatz-Manager den Platz aufwerten.

Andreas Richter soll als Alexanderplatz-Manager den Platz aufwerten.

Foto: Christian Latz/BM

Berlin. „Lass uns heute auf den Alex gehen“ – ein Satz, der so lange nicht mehr gefallen sein dürfte. Zu trostlos wirkt die graue Fläche, zu wenige Gründe gibt es, sich hier aufzuhalten. Das weiß auch Andreas Richter: „Derzeit ist der Alex ein Durchgangspunkt.“ Damit das nicht so bleibt, ist er seit Anfang Februar im Einsatz. Richter ist nun Alex-Manager.

Für die Stelle hatte sich Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne) lange eingesetzt. Dem traurigen Dasein des zentralen Platzes will er damit ein Ende setzen. Eigentlich seien die Voraussetzungen gut, so der Bezirksbürgermeister. Bürgervereine, Investoren, Anrainer, Bezirk und Senat kümmerten sich in unterschiedlicher Form um den Alexanderplatz.

Das Ergebnis aber sei dürftig. „Man wundert sich, wie viele Mittel in den Alex fließen und wie wenig dabei herauskommt.“ Viele Projekte und Ideen liefen nebeneinander, teilweise gegeneinander, konstatiert von Dassel. „So verpuffen Engagement und Ressourcen, und praktische Lösungen für die vorhandenen Probleme werden nicht umgesetzt.“ Dort solle Richter ansetzen. Durch den Alex-Manager sollen die Aktivitäten künftig „gebündelt und so zielgerichtet umgesetzt werden“.

Mit dem Platz in der City Ost hat Richter viel vor

Er will daraus eine öffentliche Piazza machen. „Das Leben soll in die Öffentlichkeit geholt werden.“ Dafür sollen die bisher zum Platz hin verschlossenen Ladenlokale der Einzelhandelsketten sich zum Platz hin mit gastronomischen Angeboten öffnen. Bei den geplanten Neubauten könne dies von vornherein festgelegt werden, so Richter. Bei anderen Anrainern wie der Sparkasse könne er sich vorstellen, dass sie Räume im ersten Obergeschoss für ein Café zur Verfügung stellen. Zudem könnten Cafés von Containern aus auf dem Platz betrieben werden.

Auch das Veranstaltungsprogramm auf dem Alexanderplatz soll sich langfristig ändern. Ob Oktoberfest oder Fress-Meilen, dem Bezirksbürgermeister sind die meisten gegenwärtigen Events seit Langem ein Dorn im Auge. Doch machen kann er dagegen nichts. „Wir haben fast keine Interventionsmöglichkeit“, sagt von Dassel. Fast jede Veranstaltung müsse genehmigt werden. Schuld sei eine Änderung der Regelung des öffentlichen Straßenlandes: Bei der Genehmigung von Events wurde aus einem „kann“ ein „soll“. Seitdem müssten sie so gut wie alles auf dem Alexanderplatz durchwinken. Doch es gibt Gespräche mit dem Senat, den Passus wieder zu ändern.

Qualitätskontrolle für Straßenmusiker gefordert

Dann könnte am Alexanderplatz ein stärker kuratiertes, kulturell anspruchsvolleres Programm stattfinden. Richter träumt von den Philharmonikern am Neptunbrunnen – und Rammstein auf dem Dach des Saturn-Gebäudes. Dafür sieht sich der Manager bestens gerüstet. Er ist Gründer des Karten-Verkäufers Hekticket – den er seit 25 Jahren vom Alexanderplatz aus führt. Bei Veranstaltern und Kulturschaffenden sei er dadurch deutschlandweit vernetzt. Daneben schwebt Richter ein fester Pavillon für Straßenmusiker vor. Wer dort auftreten darf, müsse zuvor eine Qualitätsselektion durchlaufen. „Die Qualität der Straßenmusik spielt aktuell überhaupt keine Rolle“, pflichtet ihm der Bezirksbürgermeister bei. Auch fehlten fest definierte Orte, um „den Wildwuchs zu beseitigen“.

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