Gorilla-Männchen

Belgien-Export: Sango ist der neue Chef im Berliner Zoo

Die Berliner Gorilla-Gruppe hat einen neuen Boss. Alpha-Männchen Sango kommt als Ivo-Nachfolger und soll die Gorilla-Damen bezaubern.

Sanfter Macho: Gorilla Sango soll  in Berlin für Nachwuchs sorgen.

Sanfter Macho: Gorilla Sango soll in Berlin für Nachwuchs sorgen.

Foto: Zoo Berlin

Berlin. Was für ein Affenmann – dicke Muskeln, silbernes Rückenhaar, hoher Wuchs. Sango ist das neue Oberhaupt in der Gorilla-Gruppe im Zoo. Seit Dienstag lebt der Silberrücken aus Belgien in Berlin. Mit seiner beeindruckenden Statur hat er sich sofort an die Spitze gesetzt: Sango ist der größte Menschenaffe im Zoo.

Der eine kommt, der andere geht: Erst vor zwei Wochen wurde bekannt, dass Vorgänger Ivo Berlin Richtung Saarbrücken verlässt. Der 30 Jahre alte Gorilla war 2005 aus München an die Spree gekommen, um für Nachwuchs zu sorgen. Die drei Gorilla-Damen Djambala (17), Bibi (21) und Mpenzi (33) waren auch nicht abgeneigt, doch alle Annäherungsversuche blieben erfolglos. Nachdem sich auch nach Jahren kein Nachwuchs eingestellt hatte, wurde Ivo 2015 gründlich untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass der Gorilla zeugungsunfähig ist. Im Zoo Saarbrücken erwarten Ivo jetzt drei Gorilla-Damen, die altersbedingt keine Jungtiere mehr haben werden.

In Berlin soll nun Sango für Nachwuchs sorgen. Der Silberrücken wurde 2004 im französischen Zoo Romagne geboren, wo er als Teil einer Gorilla-Familie aufwuchs. Im Alter von zwölf Jahren zog Sango zusammen mit seinem Halbbruder Lomako in den Zoo Pairi Daiza in Belgien. Dort lebten die beiden in einer Junggesellengruppe. Sango wurde auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) als neuer Mann für die Berliner Gorilla-Damen ausgewählt.

Affen-Kurator André Schüle und Revierleiter Christian Aust haben Sango schon vor einiger Zeit in Pairi Daiza als ziemlich entspannt und geduldig kennengelernt. Ein gelassener Silberrücken als Ruhepol ergänze die Gorilla-Gruppe ideal, sagt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem. „Unsere Gorilla-Weibchen können schon ziemlich temperamentvoll sein“, so der Direktor.

Auch Ivo konnte sehr energisch sein. Vor zehn Jahren hat er im Zoo das Schaufenster seines Geheges mit einer Holzscheibe beworfen und sie zum Bersten gebracht. Vielleicht war es aus Übermut, Wut oder Langeweile oder ein Ausbruchsversuch.

Sango wird sich zunächst allein mit seiner neuen Umgebung in Berlin vertraut machen. Um für größtmögliche Ruhe während der Zusammenführung zu sorgen, bleibt das Menschenaffenhaus im Zoo für Besucher zunächst geschlossen. Die kleineren Affenarten im anderen Teil des Komplexes sind wie gewohnt zu sehen.

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