Ehemaliger Grenzübergang

Checkpoint-Investor Trockland verzichtet auf Kauf

Der Immobilieninvestor Trockland erwirbt die Grundstücke am Checkpoint Charlie nun doch nicht – will aber weiterhin bauen.

Checkpoint Charlie und Umgebung am 25.05.2018 in Berlin

Checkpoint Charlie und Umgebung am 25.05.2018 in Berlin

Foto: Maurizio Gambarini

Mitte/Kreuzberg. Die Unklarheit über die Zukunft des Checkpoint Charlie geht in die nächste Runde. Der Immobilieninvestor Trock­land, der mit dem Senat über die Bebauung der Fläche verhandelt, hat seine Kaufoption für die Grundstücke am Checkpoint Charlie verfallen lassen. „Wir haben uns wegen der Unsicherheit über die Pläne des Senats entschlossen, die Option nicht zu ziehen“, sagte Trock­land-Chef Heskel Nathaniel der Berliner Morgenpost. An der Absicht des Investors, auf den beiden Teilgrundstücken zu bauen, ändere sich dadurch jedoch nichts. „Wir sind Inhaber der Grundschulden, ohne uns geht da nichts“, sagte Nathaniel.

Dennoch könnte mit der Entscheidung des Investors, sich in dem Projekt aktuell nicht noch stärker finanziell zu engagieren, die Wahrscheinlichkeit eines Trockland-Ausstiegs gestiegen sein. In dem Fall käme es entweder zu einem regulären Verkauf, bei dem Berlin ein Vorkaufsrecht hätte, oder einer Zwangsversteigerung. Auch hier könnte das Land mitbieten. Beide Varianten kämen den Senat teuer.

Trockland hatte sich nach der Pleite der früheren Eigentümer die Grundschulden der Fläche für rund 90 Millionen Euro gesichert und als Eigentümer vormerken lassen. Hinzu käme für den Senat der eigentliche Kaufpreis für das Grundstück – der wird auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag geschätzt. Gebaut wäre dann noch nichts auf dem Gelände. Deshalb spricht sich die Senatsfinanzverwaltung klar gegen einen Ankauf aus.

Senatsverwaltung arbeitet weiter an Bebauungsplan

Für die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung kam die Nachricht am Freitag überraschend. „Wir wissen davon nichts“, sagte Petra Rohland, Sprecherin von Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke). Die Senatsverwaltung arbeite jedoch unberührt von den Eigentumsverhältnissen weiter an einem Bebauungsplan.

In einem Brief habe die Senatsfinanzverwaltung Trock­land zuletzt mitgeteilt, dass nun das Stadtentwicklungsressort federführend für die Kommunikation sei. Das Unternehmen wurde gebeten, sich für alle weiteren Fragen an Lompschers Verwaltung zu wenden. Das sei bisher jedoch nicht geschehen.

Trockland-Chef Nathaniel bestreitet dies. Erst aus der Presse habe das Unternehmen erfahren, dass der Senat die mit dem Investor entwickelten Pläne verworfen hat. Auf eine Anfrage des Investors, Genaueres über den neuen Entwurf der Bebauung zu erfahren, sei bisher keine Antwort gekommen. „Wir sind für alles offen“, sagte Nathaniel. Voraussetzung sei, der Senat wisse, was er will.

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