Siegerentwurf gekürt

So soll der gemeinsame Campus von Charité und TU aussehen

Berliner Charité und Technische Universität (TU) wollen einen gemeinsamen Campus für Biomedizin bauen. Der Siegerentwurf steht fest.

So könnte der gemeinsame Campus bald aussehen.

So könnte der gemeinsame Campus bald aussehen.

Foto: HDR Düsseldorf

Berlin. Auf der Brache an der Ecke Seestraße und Amrumer Straße deutet derzeit noch nichts darauf hin, dass hier bald ein neues Leuchtturmprojekt der Berliner Wissenschaft entstehen soll. Kernstück des 11.800 Quadratmeter großen Forschungsgeländes, das in direkter Nachbarschaft zum Charité-Campus Virchow-Klinikum liegt, soll das neue Wissenschaftshaus „Der Simulierte Mensch“ sein. Hier wollen Charité und TU künftig gemeinsam Forschung an der Schnittstelle von Ingenieurwissenschaften und Medizin betreiben.

Für den Campus gab es einen Architekturwettbewerb, der nun entschieden ist. Das Preisgericht vergab den mit 70.000 Euro dotierten ersten Preis an das Architekturbüro HDR in Düsseldorf und das Landschaftsarchitekturbüro mk Landschaft in München. Für das Bewerbungsverfahren waren 21 Teilnehmer ausgewählt worden, 18 reichten Beiträge ein. Der Siegerentwurf überzeugte die Jury unter anderem durch die „architektonische Formulierung einer flexiblen und kommunikativen Arbeitswelt“. Des Weiteren wurden ein zweiter und ein dritter Preis vergeben, die mit 40.000 beziehungsweise 30.000 Euro dotiert sind. Außerdem sprach die Jury zwei Anerkennungen (jeweils mit 12.000 Euro dotiert) aus.

Auf dem großen Areal wird nun ein Campus für Bio- und Medizintechnologie entstehen, mit dem Herzstück des Forschungsgebäudes „Der Simulierte Mensch“ (Nutzfläche 3150 Quadratmeter). Kostenpunkt für den Neubau: 34 Millionen Euro, die je zur Hälfte von Bund und Land getragen werden. 2023 soll das Forschungszentrum bezugsfertig sein.

In dem Gebäude sollen in Zukunft insgesamt rund 150 Mediziner der Charité gemeinsam mit Naturwissenschaftlern und Ingenieuren der TU die Funktionen menschlicher Zellen und Organe mithilfe neuer Technologien erforschen. Im Mittelpunkt stehen die Krebsforschung, Immunologie und regenerative Medizin.

Mit einem 3-D-Drucker sollen im Miniformat Modelle von menschlichen Organen gedruckt werden, an denen Krankheiten, deren Verläufe sowie Medikamente erforscht werden können. Bisher waren dafür oftmals Tierversuche nötig. Diese könnten durch die neue Technologie bald deutlich reduziert werden.

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