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Zwei Entwürfe

So könnte das Areal am Haus der Statistik bald aussehen

Auf dem Areal des Hauses der Statistik soll ein neues Stadtquartier entstehen. Die Entwürfe der beiden Finalisten sind unterschiedlich.

So präsentiert sich das Areal rund umd das ehemalige Haus der Statistik derzeit.

Foto: pa

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Berlin. Die Zukünftigen Pläne für das Areal des Hauses der Statistik bleiben weiter offen. In seiner SItzung am Donnerstag konnte sich das dafür zuständige Obergutachtergremium auf keinen Entwurf einigen. Am Alexanderplatz soll ein neues Stadtquartier mit soziokulturellen Angeboten und 300 Wohnungen entstehen. Auch ein neuer Standort für das Finanzamt ist geplant sowie ein Neubau für das Rathaus Mitte. Nun sind noch zwei der zuvor drei Entwürfe für die Sanierung und den Umbau des Bürokomplexes an der Otto-Braun-Straße sowie die Neubauten im Rennen, wie die Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) und der Bezirk Mitte am Freitag mitteilten.

Demnach sollen die Vorschläge der Architekturbüros Teleinternetcafé + Treibhaus Landschaftsarchitektur (Entwurf 1) und Cobe Berlin + Studio Sörensen (Entwurf 2) in den kommenden Wochen weiter ausgearbeitet werden.

Gremium hat noch Änderungswünsche an Entwürfen für das Haus der Statistik

Senatsbaudirektorin Regula Lüscher dankte den Planerinnen und Planern: „Die Teams haben unglaubliches geleistet und ebenso die Initiative mit ihren zahlreichen Veranstaltungen und Beteiligungsformaten." Die letzten Wochen hätten gezeigt, dass die Koop5, wie sich die Kooperationspartner bestehend aus der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen, dem Bezirksamt Mitte, den landeseigenen Gesellschaften WBM und Berliner Immobilienmanagement (BIM) sowie die ZUsammenKUNFT Berlin eG nennen.

"Die beiden Entwürfe haben zwei sehr unterschiedliche Ansätze", sagte Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD). Während die Pläne von COBE einen großes Innenhof vorsähen, sei die Nutzung im gemeinsamen Entwurf der Büros Teleinternetcafé und Treibhaus kleinteiliger. Es entständen dadurch drei Quartiere. Gothe bewertete beide Ideen als gut und interessant, jedoch gebe es jeweils noch Verbesserungswünsche. Wer diese besser umsetze, bekomme am Ende den Zuschlag, so Gothe.

Gohte lobt Initiative: "So etwas hätte eine Verwaltung niemals hinbekommen."

Gothe lobte den Planungsprozess mit drei Architektenteams. Im vorhinein habe sich dadurch vieles schon als Konsens herausgebildet. Auch die gemeinsame Arbeit mit der Initiative, die die Interessen von Künstlern und anderen Gruppen für die soziokulturelle Nutzung der künftigen Ateliersräume vertritt, stimmte Gothe zufrieden. Diese sei "der eigentliche Mehrwert". Nachdem es einmal ein Gemeinschaftgefühl gegeben habe, habe sich die Kreativität der Initiative voll entfalten können. "So etwas hätte eine Verwaltung niemals hinbekommen."

Für das Zukünftige Rathaus des Bezirks Mitte hat der Baustadtrat schon recht konkrete Vorstellungen. Der Bau solle sich ins Quartier einfügen. So sollte besonders das Erdgeschoss Platz für Initiativen und soziokulturelle Nutzungen erlauben. Gothe sprach von einer Mehrzweckhalle sowie Räume für soziale Träger wie der Obdachlosenbetreuung oder Schuldnerberatung.

Bezirk plant in neuem Rathaus Mehrzweckhalle, Fahrradkeller und Duschen

Daneben will der Bezirk mit dem Bau den Fahrradverkehr fördern etwa durch eine Möglichkeit, Räder trocken unterstellen zu können, oder Duschen für Mitarbeiter, die weitere Strecken mit dem Rad zur Arbeit pendeln. Zudem soll es eine Betriebskita geben. "Dies ist eine zeitgenössische Lösung, um Arbeit und Familie zu verbinden", sagte Gothe. Gerade wenn es darum ginge, um Mitarbeiter zu konkurrieren, müsste der Bezirk so Anreize schafen.

An der zunächst fälligen Entscheidung über den Städtebaulichen Entwurf können sich auch Bürger beteiligen und die Pläne bis 15. Februar beim Fachbereich Stadtplanung in der Müllerstraße einsehen und kommentieren. Der Siegerentwurf werde dann in den kommenden Woche präsentiert, hieß es, Den Plänen zufolge soll der bestehende Bau mit rund 46.000 Quadratmetern Geschossfläche um weitere 70.000 Quadratmeter Neubau ergänzt werden. Das Bezirksamt Mitte bekommt auf dem Gelände ein neues Rathaus.

Das Haus der Statistik ist ein 1968 bis 1970 erbauter Bürokomplex, der aus drei Teilen besteht und neun bis zwölf Etagen hoch ist. Nach der Wiedervereinigung wurde das Gebäude als Außenstelle des Statistischen Bundesamtes und als Berliner Dienstsitz der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen genutzt. Im Zug des neuen Hauptstadtvertrages kaufte das Land das Areal im Vorjahr vom Bund. Nach Sanierung und Umbau soll dort das Bezirksamt Mitte einziehen, auch Raum für soziokulturelle Angebote soll es bieten. Die Fertigstellung des gesamten Quartiers könnte laut Gothe möglicherweise bis 2026 abgeschlossen sein, spätestens jedoch 2030.

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