Schmiererei

Riesiges AfD-Logo klebt im U-Bahnhof Westhafen

Im U-Bahnhof Westhafen haben Sprayer ein riesiges AfD-Logo angebracht - gegen die AfD. Eine Kunst-Aktion, die schief ging.

Im U-Bahnhof Westhafen in Moabit haben unbekannte ein riesiges AfD-Logo angebracht.

Im U-Bahnhof Westhafen in Moabit haben unbekannte ein riesiges AfD-Logo angebracht.

Foto: Theresa Martus / BM

Berlin. Der U-Bahnhof Westhafen ist außergewöhnlich gestaltet. Auf den Treppen zum Gleis begleitet Fahrgäste ein Zitat von Heinrich Heine. Unten am Bahnsteig sind die Wandfliesen mit der Erklärung der Menschenrechte beschrieben. Ein Auszug: „Jeder hat Anspruch auf die in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Überzeugung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand.“

Plötzlich prangt daneben noch etwas: Über mehrere Quadratmeter ist das Partei-Logo der AfD, der Rote Pfeil auf blauem Grund, an die Wand geklebt. Gebildet als Mosaik aus Dutzenden Klebefolien, jeweils so groß wie eine Fliesenkachel.

Logo sollte Kunst-Aktion gegen die AfD sein

Steckt dahinter die Partei selbst? Tatsächlich ist es eine Aktion des Berliner Sprayer-Kollektivs "Rocco und seine Brüder". Eigentlich soll mit der Aktion die AfD kritisiert werden - ob das gelingt, bleibt zweifelhaft. Neben den Klebeflächen steht der Spruch „Der Pongeffekt. Zusammen gegen Rechts. #FCKAFD“. "Pong" ist das erste weltweit berühmte Computerspiel aus den Siebzigerjahren. Ein Ball prallt gegen einen Balken und von da aus zurück in die entgegengesetzte Richtung. In der Darstellung zu sehen ist aber letztlich keine Szene aus "Pong", sondern vom Spiel "Breakout", bei dem mit einer ähnlichen Technik wie bei "Pong" diesmal Steine zerstört werden sollen. Übertragen auf die Aktion soll sich also das Parteilogo Stück für Stück in Luft auflösen. So weit, so unverständlich.

Entsprechend gibt es Kritik an der Aktion. Auf der Seite Nerdcore.de, wo auf die Aktion hingewiesen wurde, kritisiert ein Kommentator: „'Tolle Arbeit', die dazu führt, dass sich tausende Fahrgäste jeden Tag das AfD-Logo anschauen müssen. Ich selbst habe das Logo für rechten Vandalismus gehalten."

BVG hätte die Verursacher gerne erwischt

Der BVG war das Bild, das offensichtlich schon seit dem 22. Dezember klebt, bisher nicht aufgefallen, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz. „Das machen wir gerade ab“, sagte sie, nachdem die Verkehrsbetriebe von der Berliner Morgenpost darauf aufmerksam gemacht wurden. Allerdings hatte der offizielle Twitter-Account der BVG "BVG_UBahn" nach einem Nutzer-Hinweis bereits am 22. Dezember versprochen, sich um das Bild zu kümmern.

Dass die Tat schon einige Tage zurück liegt, ärgert BVG-Sprecherin Reetz. „Schade eigentlich, die hätten wir gerne erwischt.“ Die Kamera-Aufzeichnungen der BVG reichen jedoch nur 48 Stunden zurück.

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