Siegerentwurf

Weiteres Hochhaus in der Europacity geplant

Der Entwurf des Büros Kleihues + Kleihues für den Bau am Nordhafen setzt sich durch. Der Turm soll 70 Meter hoch werden.

Der Entwurf von Kleihues + Kleihues hat den Wettbewerb um das Hochhaus am Nordhafen gewonnen.

Der Entwurf von Kleihues + Kleihues hat den Wettbewerb um das Hochhaus am Nordhafen gewonnen.

Foto: Kleihues + Kleihues

Berlin. Mit einer geschwungenen Fassade aus gelbem Klinker und Glas wird das Hochhaus am Nordhafen das nördliche Eingangstor zur Europacity werden. Der Siegerentwurf für das dreiteilige Gebäude, das sich über 100 Meter entlang der Heidestraße erstrecken und in einem knapp 70 Meter hohen Turm gipfeln wird, stammt vom Berliner Architekturbüro Kleihues + Kleihues. Das gab der Bauherr, der Immobilienkonzern CA Immo, am Dienstag bekannt. Das Unternehmen hatte in Kooperation mit dem Land und dem Bezirk Mitte einen anonymen zweistufigen Wettbewerb ausgelobt, aus dem die Berliner Architekten als Sieger hervorgegangen waren.

Europacity ist dreimal so groß wie der Potsdamer Platz

Rund 140 Millionen Euro will die CA Immo in das dreiflügelige Bürogebäude mit seiner gestaffelten Höhe von 28, 42 und 69 Metern investieren. Der Bauantrag soll in gut einem Jahr eingereicht werden, in knapp viereinhalb Jahren soll das Gebäude, das direkt an das Becken des Nordhafens grenzt, fertig sein. „Überhaupt entwickelt sich die Europacity viel schneller als gedacht“, sagte Matthias Schmidt, Geschäftsführer der CA Immo Deutschland.

Inzwischen seien gut zwei Drittel des insgesamt rund 60 Hektar großen Areals beidseits der Heidestraße zwischen Hauptbahnhof und Perleberger Brücke bebaut. In Berlins größtem innerstädtischen Baugebiet, das dreimal so groß ist wie das vor 20 Jahren errichtete Quartier am Potsdamer Platz, werden insgesamt eine Million Quadratmeter Bruttogeschossfläche in die Höhe gezogen. 700.000 Quadratmeter entfallen dabei auf gewerbliche Nutzungen wie Büros und Hotels, 300.000 Qua­dratmeter auf Wohnungen, in denen rund 2000 Menschen ein Zuhause finden sollen.

Bereits fertig sind überwiegend die Hotels rund um den Hauptbahnhof sowie mehrere Konzernzentralen wie etwa der „Tour Total“, den die CA Immo für den französischen Mineralölkonzern Total errichtet hat.

Viele der bereits fertigen beziehungsweise im Bau befindlichen Gebäude hat dabei die CA Immo als einer der größten Grundstückseigentümer auf dem Gelände verantwortet. Das Unternehmen plant derzeit auch am anderen Ende der Europacity, direkt am Europaplatz, den Bau eines Hochhauses: „Am kommenden Dienstag werden wir den Bauantrag für einen 84-Meter-Turm einreichen“, sagte Schmidt. Baubeginn für den Turm soll im Sommer 2019 sein, die geplante Fertigstellung 2023. „Inzwischen gehen wir davon aus, dass das letzte Hochhaus 2030 fertig wird“, ergänzte Schmidt. Die Nachfrage nach Büroflächen sei derzeit so groß, dass noch vor Fertigstellung alle Flächen bereits vermietet seien.

Entsprechend der großen Nachfrage sind mittlerweile auch die Büromieten in der Europacity kräftig gestiegen. Sie liegen in den Gebäuden, die in den kommenden Monaten fertig werden, zwischen 25 und 35 Euro je Quadratmeter und Monat.

2018 sei gleich in mehrfacher Hinsicht ein sehr gutes Jahr für die CA Immo gewesen, bilanzierte Schmidt weiter. So habe man Richtfest für drei Gebäude in der Europacity gefeiert, darunter auch für den spektakulären „Cube“, der auf dem Washingtonplatz, direkt gegenüber dem Kanzleramt, nach den Plänen des dänischen Architekturbüros 3XN errichtet wird. Der Glaswürfel, in den die CA Immo rund 100 Millionen Euro investiert hat, wurde bereits vor seiner Fertigstellung verkauft. Wie viel der Erwerber, ein britisch-amerikanischer Fonds, für das Gebäude, das im Dezember kommenden Jahres bezugsfertig sein soll, bezahlt hat, will Schmidt jedoch nicht verraten: „Wir haben Stillschweigen vereinbart“, so der Geschäftsführer.

Allerdings ist derzeit noch völlig offen, wann die Bahn das Baugrundstück für den geplanten 100-Meter-Turm, der direkt neben dem Hauptbahnhof errichtet werden soll, freigeben wird. Noch benötigt die Bahn das Areal. Unter dem Grundstück verläuft der an dieser Stelle noch nicht fertige Tunnel für die neue S-Bahnlinie 21.

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