Bau

Neubau der Mühlendammbrücke soll 2022 beginnen

Gleichzeitig wird die Elsenbrücke erneuert. Die Rudolf-Wissell-Brücke bleibt länger stehen.

Verkehr fließt über die Mühlendammbrücke in Berlin.

Verkehr fließt über die Mühlendammbrücke in Berlin.

Foto: dpa

Berlin. Die Arbeiten für Abriss und Neubau der Mühlendammbrücke in Berlin-Mitte sollen im Jahr 2022 beginnen. Die Kosten für die neue Verbindung schätzt die Senatsverwaltung für Verkehr auf 44 Millionen Euro, wie ein Sprecher sagte.

Wegen der Lage am historischen Zentrum Berlins sei ein Realisierungs- und Gestaltungswettbewerb geplant. Dieser werde derzeit zusammen mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Baukammer Berlin vorbereitet. Das Wettbewerbsverfahren werde voraussichtlich Anfang 2019 in Gang gesetzt. „Zu den Bauzeiten lässt sich erst nach Abschluss des Realisierungswettbewerbes etwas sagen“, fügte der Sprecher hinzu.

Zur Aufgabenbeschreibung gehört nach Angaben der Senatsverwaltung, dass der Straßenverkehr während der Bauzeit aufrechterhalten wird. Über die Mühlendammbrücke fuhren im vergangenen Jahr im Durchschnitt täglich mehr als 72.000 Fahrzeuge. Sie gehört damit zu den wichtigsten Verbindungen über die Spree in Berlin.

Irreparable Schäden

Die Mühlendammbrücke weist ebenso wie die Elsenbrücke wenige Kilometer flussaufwärts irreparable Schäden auf. Beide Bauten sind Spannbetonbrücken, ähnlich konstruiert und wurden 1968 im Osten der geteilten Stadt eröffnet. Anders als die Elsenbrücke ist die Mühlendammbrücke nach Angaben der Verkehrsverwaltung aber noch stabil und kein schnelles Handeln erforderlich.

Die Elsenbrücke verbindet die Stadtteile Treptow und Friedrichshain. Vor wenigen Tagen war bekannt geworden, dass sie nicht nur zur Hälfte, sondern ganz abgerissen werden muss. Ende August waren an der Unterseite der Elsenbrücke Risse festgestellt worden, eine Seite der stark befahrenen Überquerung wurde deshalb gesperrt. Zunächst bestand die Hoffnung, dass nur eine Hälfte der Brücke erneuert werden muss, weil sie aus zwei getrennten Bauwerken besteht. Eine Analyse ergab jedoch, dass die Stahlstäbe im Beton verrostet sein könnten.

Der ADAC hatte gewarnt, mit dem Abriss drohe dem Osten Berlins der Verkehrsinfarkt, und zugleich die lange Bauzeit von 2020 bis 2028 für die Ersatzbrücke kritisiert. Dazu bemerkte der Sprecher der Verkehrsverwaltung: „Es dauert acht Jahre, weil die 155 Meter lange Brücke nicht komplett auf einmal errichtet wird, sondern sich Abriss und Neubau auf beiden Seiten abwechseln, also nacheinander stattfinden.“ So werde erreicht, dass über den jeweils fertigen oder intakten Teil der Brücke Autos in beide Richtungen fahren könnten. Auf der Ostseite werde 2021/22 eine Behelfsbrücke errichtet, die 2025/26 wieder abgebaut werden solle.

Neubau der Rudolf-Wis­sell-Brücke nicht vor 2023

Für ein anderes Brückenprojekt dürfte sich der Baubeginn hingegen noch verzögern: Der Neubau der Rudolf-Wis­sell-Brücke als Teil der Stadtautobahn A100 wird nach Angaben der Verwaltung „nicht vor 2023“ losgehen – bisher hieß es „nicht vor 2022“. Das Planfeststellungsverfahren werde Ende 2020, Anfang 2021 eingeleitet, teilte der Sprecher mit.

Die Rudolf-Wissell-Brücke wurde von 1958 bis 1961 errichtet. Mit 930 Metern ist sie die längste Brücke der Hauptstadt und gilt als der am drittstärksten befahrene Autobahnabschnitt Deutschlands.