Sehenswürdigkeit

Weltzeituhr wird auf T-Shirts gedruckt

Eine neue Vermarktung soll das Image des Platzes verbessern und die Aufmerksamkeit steigern.

Die Weltzeituhr wird 50 Jahre alt

Die Weltzeituhr wird 50 Jahre alt

Foto: dpa

Berlin. Die Weltzeituhr auf dem Alexanderplatz in Mitte soll mehr Aufmerksamkeit bekommen und besser vermarktet werden. Der DDR-Formgestalter Erich John, der das heutige Denkmal entwarf und baute, übertrug dazu die Markenrechte an ein Berliner Start-up, das die Weltzeituhr im Miniformat als Sammlerstück und auf T-Shirts vertreiben will. Dessen Chef Carsten Kollmeier sagte am Mittwoch, sein Unternehmen übernehme die Verantwortung für die einzigartige ­Designikone. Sie stehe für Weltoffenheit. Zehn Prozent der Erlöse sollen in den Erhalt des Denkmals fließen.

Die Kugellager kamen aus der Bundesrepublik

Die Weltzeituhr war am 30. September 1969 der DDR-Öffentlichkeit auf dem damals neu gestalteten Alexanderplatz übergeben worden. John, der zu dieser Zeit Dozent an der Kunsthochschule Weißensee war, sagte, ihn hätte es sehr überrascht, den Wettbewerb zu gewinnen. Ein solches Projekt trotz Planwirtschaft in nur neun Monaten umzusetzen, sei dann fast unmöglich gewesen. 120 Arbeiter hätten den Bau in einer extra gegründeten „Feierabendbrigade“ umgesetzt, erinnerte sich der 86-Jährige. Probleme machten aber die Bauteile: Die Lieferung der Kugellager hätte in der DDR drei Jahre gedauert, sagte John. Am Ende konnte er daher die Verantwortlichen überzeugen, ihm 10.000 D-Mark zu geben, um schneller lieferbare Kugellager in der Bundesrepublik kaufen zu können. Seine Uhr mit den Zeitangaben von Orten rund um den Globus bezeichnete John auch als „eine Art Gegenkonzept gegen die nicht offene Gesellschaft“.

Die Pläne, die Weltzeituhr mehr ins Licht zu rücken, lobte Mittes Bezirksbürgermeister Stephan von Dassel (Grüne). „Bislang steht die Uhr im Schatten von Weihnachtsmarktbuden oder Oster­hasen.“ Die Weltzeituhr könne helfen, dass der oft negativ wahrgenommene Platz in einem anderen Licht erscheint. Von Dassel betonte jedoch, dass der Bezirk laut Genehmigungsrecht derzeit fast keine Handhabe habe, unliebsame Veranstaltungen auf dem Areal zu untersagen.

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