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Alexanderplatz

130 Meter hohes Hochhaus soll am Park Inn entstehen

In dem Gebäude sollen Büros, Gewerbe und Wohnen kombiniert werden. "Eine vertikale Stadt", heißt es.

So soll das neue Hochhaus am Alexanderplatz aussehen (Simulation)

Foto: Sauerbruch

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Berlin. Ein schlanker Zwillingsturm, 130 Meter hoch, der sich aus einem 36 Meter hohen Sockel erhebt. So sieht der Siegerentwurf des Berliner Architekturbüros Sauerbruch Hutton für das neue Hochhaus neben dem Park Inn Hotel auf dem Alexanderplatz aus.

Das Bauvorhaben, das das französische Immobilienunternehmen Covivio bis 2023 fertigstellen will, ist in mehrfacher Hinsicht etwas ganz Besonderes: „Hier entstehen erstmals Wohnungen mitten auf dem Alexanderplatz“, sagte Senatsbaudirektorin Regula Lüscher bei der Vorstellung des Siegerentwurfes am Freitag. Tatsächlich wolle die Vivico auf der 70 Mal 70 Meter großen Baufläche eine „vertikale Stadt“ bauen, wie Vivico-Geschäftsführer Christophe Kullmann ergänzte.

11.400 Quadratmeter Wohnfläche geplant

In dem gemischt genutzten Hochhaus mit einer Geschossfläche von 60.000 Quadratmetern sind rund 27.000 Quadratmeter für Büros, 22.000 für Einzelhandel und 11.400 Quadratmeter für Wohnen, vorgesehen. Ferner sollen eine Kita, ein Fitness-Club sowie Restaurants und Cafés, eine Dachterrasse auf dem Sockelgebäude und ein großer begrünter Innenhof entstehen.

Nicht geplant sind dagegen Tiefgaragenplätze: „Gleich unter der Alexanderstraße befindet sich ja das Q-Park mit 650 Plätzen“, so Covivio Projektentwickler Marcus Bartenstein. Geplant sei, den neuen Turm mit einem direkten Zugang zu dieser Parkgarage zu versehen.

Keine Sozialwohnungen vorgesehen

Auch ohne eigene Tiefgarage sei der Baugrund schon schwierig genug, so Bartenstein weiter. „Wir streifen einen der U-Bahntunnel leicht, stehen im Grundwasser und müssen außerdem noch nach Gebeinen aus dem 16. und 17. Jahrhundert graben und diese umbetten“, nannte Bartenstein nur einige der Herausforderungen.

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Anders als der 150 Meter hohe Wohnturm, den das US-amerikanische Unternehmen Hines auf dem Alexanderplatz in unmittelbarer Nähe plant, habe man aber keine gravierenden Schwierigkeiten zu befürchten, versicherte Bartenstein. Zur Erinnerung: Das Bauvorhaben der Amerikaner wird seit mehreren Jahren blockiert, weil die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) bedenken haben, da das Gebäude direkt über den beiden U-Bahntunneln der Linie U5 errichtet werden soll.

Covivio will den Turm nicht nur entwickeln, sondern auch im Bestand halten. „Deshalb planen wir keine Eigentums-, sondern Mietwohnungen“, ergänzte Bartenstein. Rund 220 Wohnungen seien vorgesehen, von der neun Quadratmeter großen Studentenbude mit Gemeinschaftsküche bis zur 100 Quadratmeter großen Familienwohnung sei alles dabei. Nur eines wird es nicht geben: Sozialwohnungen. „Die sind laut Bebauungsplan nicht notwendig“, sagte der Projektentwickler. bei der Mietpreisgestaltung wolle man sich an den aktuellen Marktpreisen orientieren, diese lägen aktuell bei 15 Euro je Quadratmeter. 400 bis 500 Millionen Euro wolle sein Unternehmen insgesamt in den Turm samt Sockelgebäude investieren.

"Das Projekt überzeugt sehr durch den prägnanten Doppelturm und durch Wohnungen in sechs Geschossen", sagte Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe. Sehr gut gefielen ihm die "naturhaften Gärten" als Abschluss des Blockobergeschosses und im Innenhof. Das helfe einem guten Mikroklima und einer angenehmen Aufenthaltsqualität.

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