Parteiwechsel

Migranten nicht wertgeschätzt: Grünen-Politiker geht zur SPD

Joachim Fahrun
Cüneyt Bülent Bilaloglu

Cüneyt Bülent Bilaloglu

Foto: Bilaloglu

Nach dem Verordneten Nedim Bayat ist Cüneyt Bülent Bilaloğlu der zweite Bezirksverordnete, der aus diesem Grund austritt.

Berlin. Die Grünen in Mitte verlieren innerhalb von vier Monaten den zweite Bezirksverordneten an die SPD. Nach dem Verordneten Nedim Bayat verlässt nun Cüneyt Bülent Bilaloğlu die grüne Fraktion im Bezirk und die Partei. Die beiden türkischstämmigen Politiker geben für ihre Schritte die gleichen Gründe an. Migranten würden bei den Grünen nicht wertgeschätzt, kämen nicht zum Zuge bei der Besetzung von wichtigen Posten und ihre inhaltlichen Interessen würden nicht ernst genommen.

Bilaloğlu, von Beruf Rechtsanwalt in einer Kanzlei am Kurfürstendamm, schilderte in seinem Austrittsschreiben ein Gespräch mit führenden Parteivertretern. Diese hätten ihm gesagt, die „türkische Bevölkerungsgruppe“ seien für die Grünen „keine Wähler“ und deshalb für die Partei „unwichtig“. Das sei für ihn und alle Mitbürger mit türkischem Hintergrund „ein Schlag ins Gesicht“ gewesen. Von den Grünen habe er sich eine andere Haltung erwartet.

Kreischef Thilo Fuchs sagte, er sei „enttäuscht“ über den zweiten Übertritt, durch den die SPD-Fraktion in Mitte auf 16 Mitglieder wächst, während die Grünen auf zwölf schrumpfen. Er hätte sich gewünscht, dass die Probleme vorher ausgeräumt worden wären.