E-Mail aus Australien

Berlin und Queensland wollen bei Gesundheit zusammenarbeiten

Bundesratspräsident Michael Müller unterzeichnet Vereinbarung für den Austausch von Fachleuten und direkte Kontakte von Institutionen.

Michael Müller und Annastacia Palaszczuk, Premier von Queensland, bei der Vertragsunterzeichnung.

Michael Müller und Annastacia Palaszczuk, Premier von Queensland, bei der Vertragsunterzeichnung.

Foto: Gilbert Schomaker

Brisbane. Es ist ein hoch gestecktes Ziel: Der australische Bundesstaat Queensland will bis 2030 weltweit die gesündeste Region werden. Berlin hat seine Ansprüche nicht ganz so hoch gesetzt: Die Stadt will bis 2030 führende Hauptstadt für Gesundheit werden. Nun wollen beide Regionen beim Thema Gesundheit zusammenarbeiten. Am Donnerstag unterzeichneten der Bundesstaat Queensland und Berlin eine gemeinsame Absichtserklärung im Bereich der medizinische Forschung und Versorgung.

Die Vereinbarung sieht vor, dass Berlin und Queensland Fachleute austauschen, direkte Kontakte zwischen Stiftungen, Einrichtungen und Organisationen fördern und auch die gesundheitswirtschaftliche Zusammenarbeit stärken. Diesen ökonomischen Aspekt betonte dann auch Annastacia Palaszczuk, Premier von Queensland, was vergleichbar mit einer Ministerpräsidentin in Deutschland ist.

Australien hat ein enormes Wirtschaftswachstum - seit mehr als 20 Jahren ununterbrochen. Zuletzt lag es bei 3,4 Prozent. Die Gesundheitswirtschaft, die gerade in Queensland sehr stark ist, trägt dabei eine große Bedeutung.

Berlin als Impulsgeber

"Wir wollen Impulsgeber für digital health in einer wachsenden und älter werdenden Gesellschaft werden", betonte Bundesratspräsident Michael Müller, der mit einer Delegation für eine Woche Australien bereist, den Zweck der Zusammenarbeit.

Müller verwies auch auf die Zukunftskommission Gesundheit in Berlin. "Wir wollen in Berlin eine stärkere Kooperation von Vivantes, Charité und privaten Anbietern", sagte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller am Rande des Treffens in Brisbane. Deswegen arbeitet eine Kommission unter dem Vorsitz des SPD-Gesundheitspolitikers Karl Lauterbach an einem entsprechenden Konzept. Anfang nächsten Jahres sollen die Ergebnisse vorgestellt werden.

In dieser Kommission engagiert sich auch Professor Heyo Kroemer, Präsident des medizinischen Fakultätentages von der Universität Göttingen, der zu Müllers Delegation auf der Australienreise gehört. Die nun geschlossene Vereinbarung soll auch dazu führen, dass die bisher eher über einzelne Wissenschaftler erfolgte Zusammenarbeit institutionalisiert werden soll. Das bedeutet, dass die Kooperation auch bei einem Ortswechsel eines Professors weiter laufen kann.

Deutschland im Fokus der Australier

Müller erfuhr, dass das Gesundheitswesen in Australien zu einem der wichtigsten politischen Themen gehört. Viel Geld wird hier investiert. Allein für ein neues Krankenhaus in Adelaide werden vier Milliarden Dollar investiert. Bei den Australiern besteht großes Interesse an der Zusammenarbeit auf diesem Gebiet mit Deutschland.

Gerade in den vergangenen Jahren, so die deutsche Botschafterin in Australien, Anna Prinz, hätten die Australier Europa einen immer größeren Stellenwert in ihren Beziehungen eingeräumt. Durch den beabsichtigten Brexit Großbritanniens sei Deutschland noch einmal deutlich in den Fokus der Interessen gerückt. Berlin will davon profitieren.

Mehr zu Müllers Reise:

Michael Müller wird auf Reise nach Australien gestoppt

© Berliner Morgenpost 2018 – Alle Rechte vorbehalten.