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Verkehr

Checkpoint Charlie könnte Fußgängerzone werden

Ein Gutachten schlägt vor, die Friedrichstraße beim Checkpoint Charlie für den Kfz-Verkehr zu sperren.

Teile der Straßen rund um den Checkpoint Charlie sollen wegen des hohen Verkehrsaufkommens gesperrt werden

Foto: Maurizio Gambarini

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Berlin. Tausende Fußgänger queren täglich die Friedrichstraße am Checkpoint Charlie. Treffen sie auf Auto- oder Radfahrer, wird es schnell gefährlich. Ein von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz begleitetes Gutachten schlägt daher vor, die Friedrichstraße für den Kfz-Verkehr in diesem Bereich zu sperren. Zwischen Schützen- und Zimmerstraße sowie Zimmer- und Kochstraße dürften dann lediglich der morgendliche Wirtschaftsverkehr sowie Nachtbusse und Taxis rollen. Grundlage ist, dass der Fußverkehr am Checkpoint Charlie mit täglich 26.000 Querungen den größten Teil des Verkehrs ausmacht. Die Senatsverwaltung verweist darauf, dass es sich dabei um eine mögliche Variante handelt. Entschieden sei noch nichts.

Geeinigt haben sich Politik und Investor Trockland dafür auf grundsätzliche städtebauliche Leitlinien für den Checkpoint Charlie. Anlass war ein Treffen des Obergutachtergremiums, bestehend aus den Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Kultur, dem Bezirk Mitte sowie Trockland am 21. September. Dabei verständigten sich die Beteiligten, zu beiden Seiten der Kreuzung Freiflächen zu schaffen. Westlich der Friedrichstraße sollen demnach 1000 Quadratmeter unbebaut bleiben, auf östlicher Seite sind 350 Quadratmeter eingeplant. Die Flächen sollen als Informations- und Ausstellungsort genutzt werden. Zudem entschlossen sich Stadt und Investor, westlich der Friedrichstraße ein schlankes, maximal 60 Meter hohes Hochhaus zuzulassen.

Sachverständige kritisiert die Festlegung

Theresa Keilhacker, stellvertretende Sachverständige im Workshopverfahren zum Checkpoint Charlie, kritisiert die Festlegung: „Man handelt offenbar weiter hinter verschlossenen Türen, obwohl es ein öffentliches Beteiligungsverfahren gibt.“

Nach einem Beschluss der Bezirksverordnetenversammlung setzt sich der Bezirk Mitte zudem dafür ein, östliche Grundstücke durch die Stadt erwerben zu lassen. Dort sollen sich die kulturelle Nutzung sowie der geförderte Wohnraum konzentrieren. Bisher gab es dazu jedoch keine Gespräche, teilte eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit.

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