Gegen Plastikmüll

Demonstranten lassen Müllteppich am Bundestag in die Spree

Um auf den zunehmenden Plastikmüll aufmerksam zu machen, haben Demonstranten am Mittwoch einen Müllteppich in die Spree gelassen.

Hannes Jänicke kämpft gegen Plastikmüll

Schauspieler Hannes Jänicke demonstriert mit Umweltaktivisten gegen Plastikflaschen und die Vermüllung der Weltmeere.

Hannes Jänicke kämpft gegen Plastikmüll

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Mitte. Jeder Deutsche nutzt im Schnitt 192 Einweg-Plastikflaschen pro Jahr. Deutschlandweit türmt sich das zu einem unvorstellbaren Berg von 17 Milliarden PET-Einwegflaschen. Ein Irrsinn finden Demonstranten und protestierten am Mittwoch gegen den zunehmenden Plastikmüll in Deutschland und Weltweit. Dafür ließen sie vor dem Bundestag einen Plastikteppich aus 30.000 Plastikflaschen in die Spree, mittendrin eine aufgeblasene Weltkugel, die im Müll zu versinken droht.

Laut Veranstaltern, wird dies das Schicksal der Erde sein, sollte kein Umdenken stattfinden. Einer der Engagierten am Mittwoch ist Hannes Jaenicke. Den Schauspieler treibt das Thema seit langem um. "Heute steckt in jeder Bio-Forelle Plastik", sagt er. Samoa etwa hätte es längst geschafft, deshalb Plastik zu verbieten. "Aber die deutsche Politik kommt bei dem Thema nicht aus den Puschen."

Jaenicke und die anderen Demonstranten fordern deshalb den Anteil von Einweg-Plastikflaschen von derzeit 55 Prozent auch 20 Prozent zu reduzieren. Ab 2025 sollten Plastikflaschen dann ganz verbooten werden, so die Forderung.

Zu den etwa 50 Demonstranten zählte auch der österreichische Dokumentarfilmer Werner Boote. Seit 1999 beschäftigt sich der Regisseur mit dem Thema Plastikmüll. 2009 entstand daraus seine inzwischen weltweit bekannte Dokumentation "Plastic Planet", die die Folgen des Plastikmüll überall auf der Welt dokumentiert. "Plastik ist eine Bedrohung für unsere Gesundheit. Wir brauchen deshalb eine Regulierung von Plastikflaschen", sagt er. "Mit freiwilligen Bekenntnissen der Industrie kommen wir nicht weiter."

Unterstützung bekamen Sie von Bettina Hoffmann, umweltpolitischer Sprecherin der Grünen-Fraktion im Bundestag. "Wir müssen mit allen Mitteln auf dieses Problem aufmerksam machen", sagte die Abgeordnete. Nötig sei es, ähnlich wie Benzin auch auf Erdöl basierendes Plastik endlich zu besteuern.

Bei aller Sorge um den Zustand der Welt, verbreiteten die Demonstranten auch Hoffnung. "Es wird immer einfacher plastikfrei zu leben", sagte Werner Boote. Bis es soweit ist, werden sie weiter demonstrieren.

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