Drogenkonsum

Mitte stellt Spritzeneimer an Drogen-Hot-Spots auf

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Neun dieser Spritzeneimer hat das Bezirksamt Mitte im Bezirk aufgestellt

Neun dieser Spritzeneimer hat das Bezirksamt Mitte im Bezirk aufgestellt

Foto: Bezirksamt Mitte

Immer häufiger liegen in Berlin-Mitte benutzte Spritzen herum. Mit Entsorgungseimern will der Bezirk dem Problem Herr werden.

Berlin. Ob auf Spielplätzen, in Parks oder im Gebüsch - hinterlassen Drogenkonsumenten benutzte Spritzen, ist das ein enormes Risiko für spielende Kinder wie auch Grünflächenamtsmitarbeiter, wenn sie Parks reinigen oder Laub entfernen. Wie groß die Gefahr ist, zeigte sich Anfang September in Kreuzberg, als ein Fünfjähriger auf dem Spielplatz an der Stallschreiberstraße in eine Spritze mit HIV-infiziertem Blut getreten ist.

Das Bezirksamt Mitte handelt ob dieser steten Gefahrenquelle und hat im Bezirk neun Spritzenentsorgungseimer aufgehängt. Der Bezirk reagiere damit „auf die zunehmende Belastung durch Konsumutensilien von Drogengebrauchern an öffentlichen Plätzen und Grünflächen“, heißt es in einer Mitteilung. Die berlinweite Zunahme des Drogengebrauchs sei auch im Bezirk Mitte spürbar. Nachdem Fachstellen und Anwohner vermehrt Spritzen gefunden hätten, nahm der Bezirk dies zum Anlass, die Eimer zu installieren.

Die Eimer stehen an den Drogen-Hot Spots - vor allem in Moabit

Mitte nimmt sich damit ein Beispiel an Neukölln und Charlottenburg-Wilmersdorf, bisher die einzigen Bezirke, in denen derartige Behälter aufgestellt wurden.

Die bereits in der vergangenen Woche aufgestellten Spritzenentsorgungseimer stehen laut Bezirksamt an den bezirklichen „Hot Spots“: In Moabit am Kleinen Tiergarten, Ottopark, Westhafen und Unionsplatz. Weitere Standorte befinden sich an der Osloer Straße, am Amtsgericht Wedding und am Köllnischen Park sowie im Großen Tiergarten. „Ausgewählt wurden die Orte unter Einbeziehung des Ordnungsamts, der Polizei, des Grünflächenamts sowie von Fixpunkt“, sagte Petra Scholz, Suchthilfekoordinatorin im Bezirk.

Erste Spritzen lagen schon in den Eimern

Die Eimer wurden meist direkt in Parks und an Gebüschen angebracht, um es Konsumenten so einfach wie möglich zu machen, die Spritzen zu entsorgen. „Nun geht es darum, die Eimer bei den Konsumenten bekannt zu machen“, so Scholz. Verantwortlich dafür ist die Drogenhilfeeinrichtung Fixpunkt. Deren Mitarbeiter sollen die Konsumenten auf die neuen Abfallbehälter aufmerksam machen. Das scheint schon zu klappen. Bereits nach wenigen Tagen hätten sich Spritzen in den Eimern befunden, heißt es im Bezirksamt.

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