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Warnung vor Drogenrazzien

Polizist angeklagt - Drogenrazzien gegen Geld verraten

Einem Polizeibeamten und vier Lokalbesitzern aus Wedding wird unter anderem gewerbsmäßige Bestechlichkeit vorgeworfen.

Gegen einen Polizeibeamten wurde Anklage erhoben

Foto: Oliver Berg / dpa

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Berlin. Ein Hauptstadt-Polizist soll für Warnungen vor Drogenrazzien 44 000 Euro von Kneipenbetreibern in Wedding kassiert haben. Nun hat die Staatsanwaltschaft den 39 Jahre alten Beamten wegen Bestechlichkeit, Verletzung von Dienstgeheimnissen und Beteiligung am Betäubungsmittelhandel angeklagt, wie Sprecher Martin Steltner am Mittwoch mitteilte.

Mitangeklagt sind die vier Wirte im Alter von 46, 44, 48 und 52 Jahren. Ihnen werden gewerbsmäßige Bestechung und Anstiftung zur Verletzung von Dienstgeheimnissen vorgeworfen. Einem Verdächtigen wird zudem illegaler Drogenhandel sowie einem anderen unerlaubter Waffenbesitz zur Last gelegt.

Regelmäßig soll der Beamte über zwei Jahre Polizei-Wissen ausgeplaudert haben. Nach früheren Angaben der Staatsanwaltschaft hatten die Wirte mit dem deutschstämmigen Polizisten im Frühjahr 2016 einen "Deal" geschlossen. Bis zu 3000 Euro Schmiergeld soll der Beamte pro heißem Tipp bekommen haben.

Doch damit nicht genug: Der Polizist soll auch einen privaten Poker-Club namens "Magic Card" in einem Pankower Mietshaus betrieben und dort gegen Räume als Drogen-Zwischenlager vermietet haben. Der Polizist sowie zwei Wirte sitzen in Untersuchungshaft.

Die Festnahmen im März dieses Jahres waren spektakulär. Bei einer Razzia an 14 Orten der Stadt, darunter einer Polizeidienststelle, wurden Vermögenswerte, Bargeld und Mobiltelefone beschlagnahmt.

Die Polizeigewerkschaft GdP hatte darauf hingewiesen, dass es sich bei solchem Fehlverhalten von Beamten in Deutschland um Einzelfälle handele. Die Polizei habe kein generelles Problem mit Korruption.