Schloss Bellevue

Freiwilliger Feuerwehrmann vom Bundespräsidenten geehrt

Sönke Jacobs engagiert sich bei der Freiwilligen Feuerwehr. Nun würdigt ihn der Bundespräsident im Schloss Bellevue.

Sönke Jacobs vor dem Schloss Bellevue in Berlin

Sönke Jacobs vor dem Schloss Bellevue in Berlin

Foto: Daniel Schaler

Berlin. Wie lernt man am besten eine Stadt kennen? Und dann noch eine Großstadt wie Berlin? Als Sönke Jacobs vor 17 Jahren von Schleswig-Holstein nach Berlin zog, zögerte er nicht lange und trat bereits nach wenigen Monaten der ansässigen Freiwilligen Feuerwehr bei. Schließlich war ihm die Freiwillige Feuerwehr doch schon lange vertraut – in seinem Heimatort Rellingen bei Pinneberg war er ihr als 13-Jähriger beigetreten. 37 Jahre ist er inzwischen schon dabei, 32 Jahre davon im aktiven Dienst. „Feuer und Flamme“ sei er von Beginn an für die Freiwillige Feuerwehr gewesen, sagt der heute 50-Jährige. Nein, den Scherz lässt sich Jacobs nicht nehmen.

Am Freitag nun würdigte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier sein großes Engagement. Er lud ihn – wie 4000 andere Menschen, die sich in Deutschland engagieren – zum traditionellen Bürgerfest ins Schloss Bellevue ein. Und Jacobs folgte der Einladung gerne. „Ich fühle mich geehrt, die 1400 freiwilligen Feuerwehrleute in Berlin vertreten zu dürfen“, meinte der Feuerwehrmann, der im richtigen Leben Geschäftsführer eines gemeinnützigen Vereins ist. Es liege ihm sehr am Herzen, die Leistung aller Helfer in der Feuerwehr zu betonen.

Immer wieder kommt er auf die Kameradschaft zu sprechen, er lobt den Zusammenhalt innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr und auch den „echten Bürgerkontakt“. Denn die Fahrten im Löschfahrzeug bringen ihn ganz nah ran ans Geschehen in seinem Kiez in Lichtenberg.

Bei den Einsätzen lernt man die Nachbarn im Kiez kennen

Womit wir wieder bei der Anfangsfrage wären: Wie kommt man am besten in Berlin an? Bei seinen Einsätzen, so erzählt Jacobs, lernte er die „Nachbarn“ kennen. So nennt er die Bewohner seines Kiezes. Es käme, berichtet er, immer wieder zu Gesprächen, Neuigkeiten würden ausgetauscht und durch diesen alltäglichen, direkten Kontakt entstehe Zusammengehörigkeit. Wenn man ihm zuhört, merkt man ihm seine Leidenschaft an.

Auf die Frage, ob er sich an ein prägendes Erlebnis erinnere, das ihn in seinem Engagement bestätigt habe, antwortet er ohne zu Zögern: „Jeder Einsatz bestätigt mir, dass es richtig ist. Ob das die ältere Dame ist, die einen Schlaganfall hat oder ob wir jemanden bei einem Wohnungsbrand retten konnten. Das ist immer wieder eine Bestätigung“. Trotz manchmal gefährlicher Situationen endeten die meisten Einsätze doch gut. Er kann mit seinen Kameraden retten. Was kann es Erfüllenderes geben? „Es ist ein gutes Gefühl, wenn man weiß, man hat alles versucht.“

„Ein toller Ort, um Anschluss zu finden“

In einer Großstadt wie Berlin gab ihm die Freiwillige Feuerwehr einen guten, schnellen Halt. Er bezeichnet die Feuerwehr als „einen tollen Ort, um in einer neuen Stadt Anschluss zu finden“. Das gelte nicht nur für ihn, sondern auch für manchen seiner Kameraden. Die Bekanntschaft mit unterschiedlichsten Menschen aus den verschiedenen Bundesländern und echten Berlinern schenke ihm das Gefühl, in der Hauptstadt sofort zu Hause zu sein.

Dass ihm der Anschluss wirklich gelungen ist, bewies nun also die Einladung am Freitag in den Schlosspark Bellevue. Dank seines langjährigen Engagements und der Mitgründung des „Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr Berlin – Karlshorst e. V.“ gehört Sönke Jacobs zu den auserwählten Gäste, die sich deutschlandweit durch ihr politisches, kulturelles oder soziales Engagement auszeichnen.

Bewusst wurde bei der Gästeauswahl auf einen Schwerpunkt verzichtet, es ging dem Bundespräsidenten vielmehr darum, die ganze Bandbreite des Ehrenamtes zu feiern. Eine Einladung erfolgt auf verschiedenen Wegen. So wurden viele Ehrenamtliche vom jeweiligen Bundesland vorgeschlagen oder von Stiftungen und Verbänden. Sönke Jacobs wurde von dem Landesfeuerwehrverband Berlin vorgeschlagen. Ja, er ist angekommen.

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