Berliner Flussbad-Pokal

Schwimmen vor der Kulisse der Museumsinsel in der Spree

Zum vierten Mal kämpfen Freizeitsportler um den Berliner Flussbad-Pokal - und testen die Spree auf Badetauglichkeit.

Unter den Blicken Schaulustiger gehen  die Wettkampfteilnehmer am Bode-Museum auf die insgesamt ein Kilometer lange Strecke

Unter den Blicken Schaulustiger gehen die Wettkampfteilnehmer am Bode-Museum auf die insgesamt ein Kilometer lange Strecke

Foto: Sergej Glanze / Glanze/Berliner Morgenpost

Berlin. Noch schnell die gelbe Gummibadekappe aufziehen, Handtuch bereithalten und dann hüpft Birgit Skodda (73) am Bode-Museum in die Spree. Für sie ist es ein tolles Gefühl, mitten durch die Stadt zu schwimmen. Animiert zu diesem Schritt wurde sie von ihrem Mitstreiter Wolf Rüdiger Frank (74). Was die beiden tun, ist keineswegs illegal – zumindest nicht an diesem Sonntag. Sie sind zwei der ältesten der 168 Wettkampfteilnehmer des vierten Berliner Flusschwimmens, dass zwischen der südlichen Monbijou-und der Schloßbrücke ausgetragen wurde.

Die beiden Senioren sind seit dem ersten Event vor vier Jahren dabei und erfahrene Wettkampfteilnehmer im Schwimmen. Birgit Skodda: „Müritzschwimmen, Müggelsee und sogar durch Stockholm bin ich geschwommen. Heute will ich versuchen, eine Bestzeit zu erzielen.“ Insgesamt einen Kilometer lang ist die Wasserstrecke – 500 Meter hin und 500 Meter zurück.

Den Enkeln zeigen, wie fit ihr Großvater noch ist

Auch Mitstreiter Wolf Rüdiger Frank wagt sich ins kühle Nass. „Wir wollen damit unseren Enkel zeigen, seht, wir sind sportlich noch fit“, sagt er voller Vorfreude. Den Sommer über verreist er nicht, sondern nimmt lieber jedes Wochenende an einem anderen Schwimmevent teil. Ihm geht es dabei aber weniger um eine persönliche Bestzeit. „Für mich ist es einfach faszinierend, zwischen den Fassaden der Museen zu schwimmen.“

Bis kurz vor dem Start konnten sich Teilnehmer für den Wettkampf anmelden. Sie schwommen in zwei gemischten Gruppen, der jüngste Schwimmer war 16 Jahre alt, die älteste Teilnehmerin über 80. Die Sportler und Sportlerinnen kämpften um den Flussbad-Pokal 2018.

Starschuss gab die Senatorin für Stadtentwicklung, Katrin Lompscher (Linke), pünktlich um 13.30 Uhr. Beide Gruppen starteten jeweils im Abstand von zehn Minuten, um sich nicht ins Gehege zu kommen. An der Schloßbrücke gab es dann eine Markierung, an der die Schwimmer zurück zum Ausgangspunkt mussten.

Mit zwölf Minuten und 49 Sekunden gab es einen neuen Streckenrekord, geschwommen vom Hamburger Daniel Bouvain (19). Laura Linke (25) war mit 13:39 Minuten die schnellste bei den Frauen. „Eigentlich wollte ich nur aus Spaß in die Spree hüpfen. Aber dann wurde der Wettkampfgeist in mir geweckt“, sagt die erfahrene Sportlerin ganz bescheiden.

Mit der jährlichen Schwimmveranstaltung wirbt der gemeinnützige Verein Flussbad Berlin für die Potentiale des Stadtentwicklungsprojektes „Flussbad Berlin“, das vor dem neuen Stadtschloss, samt Flusstreppe zum Baden entstehen soll. Nicht nur Besucher und Touristen soll dort eine Abkühlung ermöglicht werden, sondern auch den in Mitte ansässigen Bewohnern und Berufstätigen.

„Den Geist des Flussbads etablieren“

„Wir wollen, in dem wir die Menschen in die Spree holen und schwimmen lassen, so den Geist für das Flussbad etablieren und es zu einem Stück Berliner Wasserkultur machen“, sagt Charlotte Hopf vom Verein Flussbad Berlin. „Das Schwimmen soll zudem eine neue Perspektive von unten auf das Stadtbild schaffen, von der man glaubt, es bereits zu kennen.“

Die Qualität des in Berlin ankommenden Spreewassers ist in der Regel gut. Um ein gesundheitliches Risiko – zum Beispiel durch Krankheitserreger – weitgehend ausschließen zu können, informieren die Berliner Wasserbetriebe laufend über mögliche Überlaufereignisse aus der Mischwasserkanalisation im Vorfeld der Veranstaltung. Der sportliche Leiter, Guido Kersten, spricht sogar von „Badeseequalität“. „Es gibt Teilnehmer, die von weit her kommen, nur um einmal bei uns in der Spree zu schwimmen.“ Der beste Beweis für unbedenklich Wasserwerte seien die bis 16 Uhr angemeldeten 468 Teilnehmer, die am Sonntag bei 24 Grad Wassertemperatur in die Spree sprangen.

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