Berlin-Gesundbrunnen

Amok-Alarm an Grundschule: Junge (17) sorgte für Großeinsatz

Den Fehlalarm an der Grundschule in Gesundbrunnen soll ein 17-Jähriger ausgelöst haben. Ihm könnte nun eine Gefängnisstrafe drohen.

Zahlreiche Polizisten waren an der Schule in der Gotenburger Straße Ecke Prinzenallee im Einsatz

Zahlreiche Polizisten waren an der Schule in der Gotenburger Straße Ecke Prinzenallee im Einsatz

Foto: Morris Pudwell

Berlin. Ein 17 Jahre alter Jugendlicher soll den Fehlalarm an einer Grundschule in Berlin-Gesundbrunnen ausgelöst haben. „Es wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Missbrauchs von Notrufen eröffnet“, sagte ein Behördensprecher am Mittwochmorgen. Der Jugendliche wohnt den Angaben zufolge in der Nähe der Schule. Ob er dort in der Vergangenheit auch Schüler war, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.

Auch muss noch ermittelt werden, ob er den Notfall womöglich vorgetäuscht hat oder tatsächlich zwei Männer gesehen hat, die – wie er den Beamten gegenüber schilderte – bewaffnet in die Schule liefen.

Sollte sich herausstellen, dass seine Beobachtungen stimmen, hat der junge Mann nichts zu befürchten. „Das ist dann nichts anderes, als wenn jemand einen verdächtigen Gegenstand am Bahnhof meldet, der sich als harmlos herausstellt“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Berlin. Sollte er die Beamten bewusst getäuscht haben, müsse er jedoch „mit strafrechtlichen Konsequenzen“ rechnen.

Der Missbrauch von Notrufen kann laut Strafgesetzbuch mit einer Gefängnisstrafe von bis zu einem Jahr oder einer Geldstrafe bestraft werden. Die Staatsanwaltschaft wollte sich auf Nachfrage noch nicht zu dem Fall äußern. Details zur Person des Anrufers wollte auch die Polizei am Mittwoch wegen laufender Ermittlungen nicht preisgeben. „Wichtig ist, dass wir ihn jetzt haben. Das Strafmaß bleibt abzuwarten“, sagte eine Polizeisprecherin.

Schulstadtrat verteidigt Großeinsatz der Polizei

Carsten Spallek (CDU), Schulstadtrat des Bezirks Mitte, verteidigte den Großeinsatz nach dem Fehlalarm. „Wenn nicht auszuschließen ist, dass es sich um einen Amoklauf handelt, haben wir keine Alternative“, sagte er der Berliner Morgenpost. „Falls es sich jedoch um einen vorsätzlich herbeigeführten Fehlalarm handelt, sollte die Tat mit voller Gesetzeshärte bestraft werden“, fügte er hinzu.

Die Grundschule hatte am Dienstag den Schulbetrieb wieder aufgenommen. Laut einer Mitteilung auf der Internetseite der Schule fand der Unterricht auch am Tag nach dem Fehlalarm nach Plan statt. Die Kinder sollen in den nächsten Tagen die Gelegenheit bekommen, sich auszusprechen und Fragen zu stellen.

Am Dienstag seien zudem die Schulpsychologie, die Schulaufsicht und eine Präventionsbeauftragte dagewesen, um die Kinder mit ihren Ängsten und Sorgen zu begleiten. „Wir sind nun sehr erleichtert, dass tatsächlich keine Gefahr bestand, die Polizei so schnell vor Ort war und konsequent gehandelt hat“, so Schulleiterin Sandra Harder

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