Vorfall in Moabit

Vater des reanimierten Jungen: "Wie kann man sowas machen!?"

Ein Autofahrer hat in Moabit Sanitäter attackiert, die einen Einjährigen reanimierten. Nun meldet sich der Vater des Jungen zu Wort.

Ein Rettungswagen der Berliner Feuerwehr im Einsatz (Archivbild)

Ein Rettungswagen der Berliner Feuerwehr im Einsatz (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Wolfram Steinberg / picture alliance / Wolfram Stein

Berlin. Wut, Empörung, Fassungslosigkeit: Der Ausraster eines Autofahrers in Moabit am Freitag hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der 23-Jährige hatte einen Rettungssanitäter angepöbelt und aufgehalten, der gerade ein einjähriges Kind reanimieren wollte. „Mir doch egal, wer hier gerade reanimiert wird!“ und "Verpisst euch, ich muss zur Arbeit!“, soll der Autofahrer gerufen haben.

Der kleine Junge war in der Kita "Die wilde 13" an der Melanchthonstraße zusammengebrochen. Durch eine Herzdruckmassage holten die Rettungskräfte den kleinen Jungen zurück ins Leben.

Nun hat sich erstmals der Vater des ein Jahr alten Leonards zu Wort gemeldet. Der "Welt" sagte Thomas F.: "Wie kann man sowas machen? Wie kann man nur so rücksichtslos sein? Das ist wirklich absolut unmenschliches verhalten!"

Nach Angaben einer Polizeisprecherin soll der Mann mit der Faust gegen den Außenspiegel des Rettungsfahrzeuges geschlagen haben. Dabei habe sich das Spiegelglas aus der Halterung gelöst. Derzeit liege eine Anzeige wegen Sachbeschädigung gegen den Mann vor. Und über die Internetwache soll es eine Anzeige wegen Beleidigung gegen ihn geben. Nach Angaben der Polizei war aus dem Tätigkeitsbericht der Beamten, die den Vorfall zu Protokoll brachten, nicht die Rede davon, dass er die Rettungsmaßnahmen behindert haben soll. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern noch an.

Laut Vater liegt der Einjährige weiterhin auf einer Intensivstation im künstlichen Koma. Er werde künstlich beamtet und ernährt. Er kämpfe mit einer Lungenentzündung. Deshalb könnten weitere diagnostische Verfahren vorerst nicht vorgenommen werden, so der Vater.

Bei Facebook veröffentlichte der Vater bereits am Freitag Bilder seines Sohnes und schrieb dazu: "Das ist Leonard, unser Schatz. Ich poste diese Bilder, damit jeder der einen Retter blockiert oder attackiert sieht, dass es immer um Menschleben geht. Etwas, was im Gegensatz zu materiellen Dingen, nicht ersetzbar ist."

Konsequenzen für Beschuldigten?

Sein Verhalten könnten dem 23-Jährigen den Führerschein kosten. Man schalte zur Überprüfung, ob der Mann seine Fahrerlaubnis behalten dürfe, das zuständige Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten ein, sagte eine Polizeisprecherin am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

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