Mitte

Das Museum der Zukunft im Regierungsviertel stellt sich vor

Das "Futurium" in Mitte soll sich der Welt von Morgen widmen. Erster Bewohner des Zukunftskastens ist Pepper, ein humanoider Roboter.

Direkt neben dem Bundesministerium für Forschung und Bildung steht der neue Futurium-Bau in Berlin

Direkt neben dem Bundesministerium für Forschung und Bildung steht der neue Futurium-Bau in Berlin

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Wenn es einen Ort gibt, an dem Zukunft neu gedacht wird – wo wäre das, wenn nicht in Berlin? Fabriketagen, Umspannwerke, Gasometer, alte Flughäfen – kaum eine Stadt hat so viele ungewöhnliche Orte, an denen Forscher und Firmen, Denkfabriken und Start-ups an der Zukunft arbeiten. Braucht es da noch einen zusätzlichen Zukunftsort, um über das Morgen nachzudenken?

Gigantischer Guckkasten zwischen anonymen Fassaden

Vielleicht wird das die erste Frage sein, über die im "Futurium" gestritten wird, dem Zukunftsmuseum, das fast unbemerkt am Kapelle-Ufer in Mitte entstanden ist. Ein gigantischer Guckkasten steht da neuerdings zwischen den anonymen Fassaden des Regierungsviertels, neben dem Bundesbildungsministerium vis-à-vis vom Kanzleramt. Durch viel Glas schaut man vorn rein und hinten wieder raus und sieht – noch gar nichts. Denn das eigentliche Museum soll erst im Frühjahr 2019 eröffnen. Über das Gebäude sowie das künftige Programm und die Ausstellungen können sich Besucher jedoch schon jetzt informieren. Kommenden Sonnabend, den 16. September, laden die Zukunftsmuseumsmacher ab 11 Uhr zum ersten Tag der offenen Tür ein.

Bauherr des "Futuriums" ist die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima), die den architektonisch anspruchsvollen Bau mit 3000 Quadratmeter Ausstellungsfläche für 58 Millionen Euro errichtet hat. Gründungsgesellschafter sind neben dem Bundesministerium für Bildung und Forschung Wissenschaftsorganisationen wie Max-Planck-Gesellschaft oder Fraunhofer-Gesellschaft sowie die forschende Wirtschaft, vertreten durch BASF, Bayer, Siemens und andere.

Ein Ort, an dem Neues diskutiert und gedacht wird

Das "Futurium" solle ein Ort sein, an dem Neues diskutiert und gedacht wird, jenseits von Universitäten, sagte Johanna Wanka (CDU), Bundesbildungsministerium und Mathematikerin, bei der Schlüsselübergabe des Gebäudes am gestrigen Mittwoch. In Deutschland würden bei Neuerungen oft Bedenken und Risiken in den Vordergrund gestellt und weniger die Chancen.

Ausstellungen sollen sich in drei "Denkräumen" mit "zentralen Zukunftsdimensionen" aus Technik, Natur und Gesellschaft befassen. Im Untergeschoss ist ein Labor geplant, in dem Besucher Zukunftsforschung selbst erleben und in Workshops auch ausprobieren können. Ein Besuch lohnt auf jeden Fall: allein das Gebäude selbst und ein Gang übers Dach. Es bietet einen spektakulären Blick übers Regierungsviertel und gleichzeitig einen Blick in die Zukunft des ökologischen Bauens, denn es ist fast vollständig mit solaren Energiekollektoren und Solarthermie für die Wärme des Hauses belegt.

"Salat an Häusern, interessiert dich das?"

Wer darüber mehr wissen will, kann am Sonnabend die Architekten des Hauses selbst fragen. Als Redner werden Klaus Töpfer erwartet, ehemals Bundesumweltminister, oder die Soziologin Jutta Allmendinger. Es wird um Städte der Zukunft gehen, selbstfahrende Autos, die Zukunft der Meere. Vor dem Haus wird die Roboterband Compressorhead auftreten und abends DJ Ipek auflegen – vorausgesetzt, dass dann noch Besucher da sind. Das Regierungsviertel gleicht nachts einer Geisterstadt.

Erster Bewohner des Zukunftskastens ist Pepper, ein humanoider Roboter. Er hat schwarz schimmernde Augen, ist klein und spricht wie ein Kind. Besuchern reicht Pepper artig die Hand, so auch Bundesbildungsministerin Wanka, die Pepper aber schon kannte beziehungsweise seine Kollegen, denn es gibt ihn zigfach. Konzipiert ist Pepper zur Kundenbetreuung und für pädagogische Einsätze. Im "Futurium" haben sie ihn mit Zukunftsthemen gefüttert. "Wir können auch weiter plaudern", versucht der Roboter die Aufmerksamkeit der Besucher zu fesseln, "zum Beispiel über Salat an Häusern. Interessiert dich das? Ansonsten streiche mir über den Kopf und sage auf Wiedersehen."

Weitere Informationen unter: www.futurium.de

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