Schädlingsbekämpfung

Spielplätze und Park in Mitte wegen Rattengift gesperrt

Unter anderem sind die Kinderspielplätze am Stephanplatz, im Ottopark sowie der Ottospielplatz betroffen.

Foto: Bernd von Jutrczenka / dpa

Drei Spielplätze und ein großer Teil eines Parks sind in Berlin-Mitte wegen Rattenbekämpfung geschlossen. Wie das Bezirksamt Mitte am Donnerstag auf Anfrage mitteilte, sind die Kinderspielplätze am Stephanplatz, im Ottopark und der sogenannte Ottospielplatz wegen der laufenden Schädlingsbekämpfung abgesperrt. Außerdem seien 2000 Quadratmeter des "Immergrünen Gartens" am Engel- und Bethaniendamm nicht zugänglich. Eine Gefahr für die Bürger bestehe nicht. Die Zeitungen "Bild" und "B.Z." hatten von weiteren betroffenen Flächen berichtet.

Den Rattenbefall bezeichnet eine Sprecherin des Amts als "durchaus normal". Die subjektive Wahrnehmung des seit Jahren bestehenden Schädlingsproblems habe in der Öffentlichkeit jedoch zugenommen, seit auch Spielplätze für die Bekämpfung abgesperrt würden. In den Sommermonaten sei der Befall regelmäßig stärker, weil die Menschen sich eher draußen aufhielten und Speiseabfälle liegenließen.

"In der Regel dauert die Rattenbekämpfung etwa vier Wochen"

Die gesperrten Spielplätze sind laut der Sprecherin bereits seit Mitte August geschlossen, die Anlage am Engelbecken seit vergangenem Montag. "In der Regel dauert die Rattenbekämpfung etwa vier Wochen", sagte die Sprecherin. Danach würden die Flächen wieder freigegeben.

Diese seien nicht etwa wegen einer von den Ratten ausgehenden Gefahr der Krankheitsübertragung gesperrt, sondern damit beispielsweise spielende Kinder die Giftköder nicht aus den ausgelegten Boxen nehmen. Zwar sei das Gift nur für die Körpergröße einer Ratte dosiert, man wolle aber "allen Möglichkeiten aus dem Weg gehen".

Wie viele Ratten es in Berlin gibt, ist unbekannt

Die Bekämpfung von Ratten habe außer in Mitte in Friedrichshain-Kreuzberg und Marzahn zugenommen, sagte Silvia Kostner, Sprecherin des Landesamts für Gesundheit und Soziales (Lageso). Durch zahlreiche Bauarbeiten in diesen Gebieten würden Ratten verstärkt aus ihren Verstecken gedrängt und fielen deshalb häufiger auf.

Wie viele Ratten es in Berlin gibt, ist unbekannt. Sie beißen nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Die Nager können für den Menschen gefährliche Krankheiten wie Salmonellose und Leptospirose übertragen. Ansteckungsgefahr besteht vor allem beim Kontakt mit Urin oder Kot der Tiere, beispielsweise in Sandkästen.

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