Tiergarten

Erweiterungsbau des Verteidigungsministeriums fertiggestellt

Das Verteidigungsministerium erhält einen modernen Anbau mit 250 Büros. Das Gebäude wurde erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Der Innenhof des neuen Erweiterungsbaus des Verteidigungsministeriums

Der Innenhof des neuen Erweiterungsbaus des Verteidigungsministeriums

Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa

Nach drei Jahren Bauzeit ist der Erweiterungsbau des Verteidigungsministeriums planmäßig fertig geworden: Angeschlossen an den historischen Bendlerblock steht ein anthrazitgrauer, monolithischer Block mit 250 Büros. In der Mitte des fünfstöckigen Bauwerkes befindet sich ein rund 540 Quadratmeter großer Innenhof. Innen ist der U-förmige Bau funktional gehalten, mit weiß getünchten Wänden und braunem Eichenfurnier ausgestattet.

Bei einer gemeinsamen Besichtigung des Erweiterungsbaus an der Stauffenbergstraße in Tiergarten zeigten sich Gerd Hoofe und Petra Wesseler am Donnerstagnachmittag sichtlich zufrieden über den Neubau. Der Staatssekretär im Verteidigungsministerium und die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen stellten das neue Gebäude erstmals der Öffentlichkeit vor. "Gerade durch die lange Geschichte des Bendlerblocks war der Neubau eine architektonische Herausforderung", sagte Wesseler. "Die haben wir gut gemeistert – der Neubau ist angemessen und zurückhaltend." Auch Staatssekretär Hoofe betonte die Wirtschaftlichkeit und Funktionalität des Bauwerkes, das vom Stuttgarter Architekturbüro Auer Weber entworfen worden war. "Wir haben eine hervorragende Verbindung geschaffen zwischen der Bestandsarchitektur und dem Neubau", sagte Hoofe am Donnerstag.

Arbeiten am Neubau pünktlich und im Kostenrahmen

Der Neubau mit etwa 39.000 Quadratmetern war zwischen 2013 und 2016 entstanden. Die Kosten lagen laut Wesseler bei 129 Millionen Euro. Die Präsidentin des Bundesbauamtes betonte: "Dank konsequenter und disziplinierter Projektüberwachung ist es gelungen, die Einhaltung der Projektziele sicherzustellen." Das sei nicht alltäglich bei Bauwerken dieser Größenordnung. Zu dem Ausbauplan des Verteidigungsministeriums hatte auch gehört, dass bereits zwischen 2011 und 2014 die alten Räumlichkeiten im denkmalgeschützten Altbau hergerichtet wurden. Eine Besonderheit des Baus ist das sogenannte Sockelgeschoss, in dem sich vor allem technische Infrastruktur befindet. So schließt der Neubau über die erste Etage an den Altbau an, und auch der Innenhof ist nicht ebenerdig gebaut, sondern über dem Sockelgeschoss gelegen.

Die Erweiterung war laut Bundesbauamt notwendig, da der Berliner Dienstsitz des Ministeriums durch neue Organisationsstrukturen wesentlich intensiver genutzt worden war als ursprünglich geplant. Der Hauptdienstsitz des Ministeriums mit etwa 1300 Mitarbeitern befindet sich aber nach wie vor in Bonn. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums teilte mit, dass in den neuen Büroräumen nun 250 Mitarbeiter des benachbarten Altbaus verteilt würden, da diese dort "sehr verdichtet" gesessen hätten.

Der Bendlerblock, in dem während des Zweiten Weltkriegs Teile der Wehrmachtsleitung und des Nachrichtendienstes saßen, wird sei 1999 als zweiter Dienstsitz genutzt. Insgesamt arbeiten dort knapp 1000 Menschen für das Ministerium. Mit der Fertigstellung des Neubaus ist das Gelände laut dem Bundesbauamt einer der größten Ministeriumsstandorte in Berlin. Heute befinden sich auf dem weitläufigen Gelände neben Verteidigungsministerium auch die Gedenkstätte Deutscher Widerstand und das Ehrenmal der Bundeswehr.

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