Restaurants in Tiergarten

Wo es in Tiergarten gutes Essen für unter 20 Euro gibt

Unsere Reporter sind in den Berliner Restaurants unterwegs. Einzige Bedingung: Das Essen darf nicht mehr als 20 Euro kosten.

Brandneuer Szene-Laden oder alteingesessene Institution, gediegene Traditionsküche oder schnelles Street Food: Die kulinarische Vielfalt ist in Berlin grenzenlos. Unsere Reporter sind in den Restaurants der Stadt unterwegs, testen Geschmack, Ambiente und Service. Einzige Bedingung: Das Menü darf nicht mehr als 20 Euro kosten. Guten Appetit!

"Sakura" - Riesiges Buffet im kargen Asia-Mensa-Ambiente

Kirschblüte bedeutet der Name der japanisch-asiatischen „Sakura“-Kette mit drei Restaurants in Berlin, eines in Charlottenburg, eines in Lichtenberg, eines in Tiergarten, das wir besuchen. In den großräumigen Lokalen werden Spezialitäten wie Sushi, Rinderfilet, Lachs, sogar Bisonfleisch und Dutzende weitere Speisen angeboten.

Die meisten Gäste kommen aber nicht wegen der À-la-carte-Speisen, sonders wegen des ausgesprochen preisgünstigen All-you-can-eat-Angebots. Das gibt es mittags bis abends von einem riesigen Buffet zum festen Preis, und zwar in sehr guter Qualität. Preise und Angebot sind gestaffelt, mittags bezahlt man 9,90 Euro, ab 17 Uhr dann 14,50 Euro, mit einem erweiterten Sortiment. Gespart wurde lediglich an der Einrichtung. Aber trotz kargem Asia-Mensa-Ambiente amüsiert sich eine bunte Mischung aus Studenten, Familien, Geschäftsleuten, darunter viele Asiaten. Gerade abends steigt der Lärmpegel bisweilen kräftig an.

Mittags ist das Angebot etwas ausgedünnt, trotzdem völlig ausreichend. Sushi gibt es dann sechs bis acht verschiedene Sorten, gesetzt sind Lachs und Tintenfisch, dazu kommen Fische je nach Tagesangebot, die laufend vor aller Augen zu frischen Frischfischklopsen verarbeitet werden. Probieren sollte man die gegrillten Muscheln und Garnelen. Wenn die fertig sind, wird schon mal an der Ausgabe gedrängelt. Daneben stehen chinesische Wokgerichte mit Ente, Huhn, Schwein oder Rind hoch in der Gunst der Gäste. Eine Empfehlung sind die aromatischen Schnittlauch-Wantan und pikantes Geflügel. Als weiterer Favorit gilt das knackig gegrillte Gemüse. Nicht jedermanns Sache sind die sündhaft süßen Desserts wie gebackene Banane mit Honig oder Eis aus der Truhe.

Sakura Kurfürstenstraße 126, Tiergarten, Tel. 23 63 09 39, tgl. 12–22.30 Uhr,www.sakura-berlin.de

Giraffe: Gutbürgerliche Weltküche im Hansaviertel

Seit 1957 besteht dieses Restaurant im Erdgeschoss eines Hochhauses, das anlässlich der Bauausstellung Interbau vor fast 60 Jahren fertiggestellt wurde. Im Sommer mit großem Biergarten, lockte das Lokal früher eine Mischung aus Künstlern der nahen Akademie der Künste und Anwohnern. Heute liegt der Schwerpunkt eher auf Nachbarn und Touristen.

Der große, durch Rundumverglasung sachlich wirkende Schankraum wurde nach der letzten Renovierung vor rund 15 Jahren in verschiedene Inseln unterteilt. Deren Ambiente reicht von plüschig-gemütlich bis zu funktional. Beim Besuch kümmerten sich drei Damen aus Osteuropa und zwei junge Kellner geradezu rührend um die Stammgäste. Aber auch Neugäste wurden herzlich umsorgt.

Die Karte hält knapp ein Dutzend Frühstücke vor, die bis 14 Uhr serviert werden. Mit der regulären Speisekarte geht es einmal rund um die Welt, von Hackepeter (9,20 Euro ) zur thailändischen Tom Kha Gai-Suppe (5,20 Euro ) bis zu Spareribs (9,90 Euro ). Bei den Getränken sind die Weine des Rheingau- Weingutes Allendorf hervorzuheben, deren Rieslinge es von lieblich bis trocken gibt (ab zwei Euro für 0,1l).

Auf der Saisonkarte fand sich neben viel Wild und Ente eine Maronensuppe mit gebratener Geflügelleber. Ihre dampfende, dicke Konsistenz war genau das richtige für einen kalten Wintertag. Vom Preis von 6,90 Euro ging ein Euro an das Projekt ""Suppe mit Sinn"" der Berliner Tafel. Eigentlich hätte die Suppe zum Sattmachen gereicht, aber das weiß man leider immer erst hinterher. So gab es noch ein Kämpfchen mit einem schön sauer angemachten Wurstsalat mit ausgezeichneten Bratkartoffeln und kross ausgelassenem Speck (8,20 Euro ).

Klopstockstraße 2, Tiergarten, Tel. 34 35 16 90, täglich 8 - 2, Küche bis 1 Uhr, www.giraffe-berlin.de, besucht im Januar 2017

Ayan: Süßkartoffel-Pommes mit Kochbananen-Ketchup

Einst Imbiss, heute Streetfood - der Hype der flotten Verköstigung auf der Straße, unter Markthallendächern oder in Imbissrestaurants ist ungebrochen. Weit vorne für das Essen aus der Hand sind die Küchen Asiens und Südamerikas. Dass inzwischen auch die Philippinen mitmischen, mag den wenigsten bekannt sein. So macht das "Ayan - Filipino Streetfood" an der Potsdamer Straße neugierig.

Ein kleiner Laden, eine lange, mit roten Sitzkissen ausgerüstete Bank an der Wand, ein paar Tische. Auf dem Archipel im Pazifik werde süß und, wie wir später merken, recht fettreich gekocht, gibt der nette junge Mann, der die Speisekarte bringt, eine kleine kulinarische Einführung. Unverkennbar ist das Faible für Kochbananen. Auf dem Tisch stehen Pullen mit Bananenketchup und Bananen-BBQ-Sauce und zum Loupinis Burger, den wir bestellen, gehört eine Bananen-Cocktailsauce. Zudem philippinische Chorizo. Die sei süß und milder als die spanische Wurst. Auch das Bier, das auf den Philippinen gebraute San Miguel, kommt süßer daher.

Der ordentlich portionierte Burger präsentiert sich mit Spiegelei. Ein schöner Kontrast zur süß-fettigen Wurst ist die scharfe Cocktailsauce. Die weißen Süßkartoffel-Pommes sind eine Entdeckung. Auszuprobieren gilt es auch die Ayan-Boxen, die es mit Huhn, Schweinebauch, Rind oder Meeresfrüchten gibt und die beim Vor-Ort-Verzehr auf Tellern angerichtet werden. Bei der Tintenfisch- BBQ-Box sind es zwei zarte, Gemüse-gefüllte Tuben mit Reis und erfrischendem Papayasalat.

Selbstredend süß ließe sich das Streetfood-Dinner mit New York Cheesecake beenden. Mit letzterem wäre man auch typisch philippinisch, in Manila steht man auf den eigentlich New York zugeschriebenem Käsekuchen.

Potsdamer Str. 69, Tiergarten, tägl. 12 - 23 Uhr, Tel. 23 91 36 57, www.ayan-berlin.de, besucht im März 2017

Sticks 'n' Sushi: Wagyu-Fleischspieß in japanischer Qualität

"Irashaimse", mit diesem "Herzlich willkommen" auf Japanisch begrüßt ein vielstimmiger Chor jeden Gast, der das neue "Sticks 'n' Sushi" im oberen Teil der Potsdamer Straße betritt. Das ist das Einzige, was hier japanisch klingt, ansonsten sollte man Englisch können, um zu bestellen.

Was sich hier im Bereich des Varietés "Wintergarten" nicht nur gastronomisch in den vergangenen zwei Jahren getan hat, ist beeindruckend weltstädtisch. Logisch, dass nach Mode und Kunst in dem Stück unweit der noch immer heruntergekommenen Kurfürstenstraße mittlerweile auch edle Gastronomie Einzug hält. Neuester Spot ist das "Sticks 'n' Sushi", ein innenarchitektonisch atemberaubend gestaltetes Ensemble auf zwei Ebenen. In der großen offenen Küche arbeiten mehr als ein halbes Dutzend Köche. Ein Stockwerk darüber befindet sich eine Balustrade mit loungigem Ambiente.

Die in Tokio, Kopenhagen und London erfolgreiche Kette hat ihren ersten Berliner Standort eröffnet. Geboten werden erstklassiges Sushi, Sashimi und Sticks. Gerade die sind neben der Innenausstattung ein wirklich zwingender Grund, das Restaurant zu besuchen. Knapp 20 verschiedene Varianten sind im Angebot, vom Wagyu-Fleischspieß in Japan-Qualität für 16,50 Euro bis zum gegrillten Kräutersaitling für drei Euro.

Eine Getränkeempfehlung ist der Botanical Tea mit Minze, Orangen- und Zitronenstückchen, 4,20 Euro. Grandios waren die gegrillten Süßkartoffelstückchen mit Teriyaki-Soße (2,70 Euro), Jakobsmuschel im Speckmantel (fünf Euro), Entenherz mit Teriyaki (vier Euro) und der Lachsspieß (drei Euro). Mit einer Portion Reis für 2,50 Euro nichts für Menschen, die Bauarbeiterportionen lieben, aber für Feinschmecker ein wirkliches Erlebnis.

Potsdamer Straße 85, Tiergarten, Tel. 88 78 94 16, Mo. - Sbd. 10 - 23 Uhr, So. 10 - 22 Uhr. www.sticksnsushi.berlin, besucht im März 2017

Ki-Nova: Gesunde Küche gibt es auch zum Mitnehmen

Auf der langen Tafel reihen sich gut gefüllte Teller und Schüsselchen aneinander, und es wird angestoßen. Das übergroße Foto einer geselligen Essensrunde ist der zentrale Blickfang, wenn man das Ki-Nova betritt. "Gemeinsam gesund genießen" heißt das Motto, und es wird auf Superfood und regionale Produkte gesetzt. Darauf macht das mit viel Holz, Sitzbänken, teils Hochtischen und einsehbarer Küche jung und modern eingerichtete Lokal auch Lust. Weil es alle Speisen auch außer Haus gibt, wird heute für die Mittagspause bestellt.

Es gibt eine Lunchkarte mit je zwei Gerichten pro Tag (mit 7 bis 8,50 Euro keine Schnäppchen, aber für eine gesunde Frischeküche gerechtfertigt), einer "Suppe der Woche" (4 Euro ) und der Drink zum Tagesgericht, wie etwa gefiltertes Tafelwasser für 1,50 Euro . Dazu gibt es ein paar Klassiker, drei Salate, Süßkartoffel-Pommes und zwei Burger sowie Kuchen, Sorbets, Eistee und Smoothies. Alles hausgemacht, vieles vegetarisch und vegan.

Die Auswahl fällt auf Chili con Carne mit Wirsing-Rotkohl-Salat, Limetten- Schmand und Tortilla-Chips von der Lunchkarte sowie den veganen "Energie Salat" mit Spinat, Rucola, roten Zwiebeln, getrockneten Tomaten und gerösteten Pinienkernen. Die junge Bedienung ist äußerst reizend, entschuldigt sich, dass der Cappucino zur Wartezeitüberbrückung etwas verspätet kommt. Ansonsten aber dauert es nicht lange, bis die gefüllte Papiertüte ausgehändigt wird. Zurück am Schreibtisch gibt es Erfreuliches: Der Spinatsalat ist immer noch knackig und das Chili warm. Die Kombination mit dem Rohkostsalat und dem Schmand überzeugt. Leider wurden die Tortilla-Chips vergessen. Was den Gedanken an einen weiteren Besuch nicht schmälert.

Potsdamer Str. 2, Tiergarten, Mo. - Sbd. 11.30 - 23 Uhr , So. bis 21 Uhr, Tel. 25 46 48 60, ki-nova.de, besucht im November 2016

Oliv Eat: Gesunde Snacks und Salate für Bü­ro­men­schen

Wie oft schon wurde der Wiederaufstieg der Potsdamer Straße verkündet, und doch blieb sie ein Schmuddelkind unter den ehemaligen Berliner Prachtstraßen. Doch diesmal scheint es zu klappen. Nicht ganz unschuldig daran dürften die knapp 700 hochwertigen Eigentumswohnungen sein, die östlich an der Flottwellstraße entstanden sind. Mode und Kunst findet sich zunehmend im Teil zwischen Pohlstraße und Landwehrkanal. Hier hat kürzlich das seit acht Jahren in Mitte bestehende "Oliv Eat" eine Dependance eröffnet, mit urbanem Konzept von Frühstück bis After work.

Verantwortlich für das Interieur soll Besitzer Oliver Mahne sein. Passend zur Kunstszene gibt es hohe Sichtbetonwände, große Fenster, funktionale Tische, Hocker und Stühle. Auf der Karte, schnell gebracht von freundlichen Kellnerinnen, findet sich viel Gesundes und Ausgefallenes, größtenteils Snacks für Büromenschen, aber auch Handfestes wie eine Rindertagliata und Thunfisch, um 20 Euro. Beliebt ist das Frühstück, das bis 16 Uhr serviert wird. Sehr appetitanregend sind die hausgemachten Kuchen und Torten.

Für den mittelgroßen Hunger eignen sich sehr gut die kleinen Gerichte, Salate und Snacks. Täglich sind zwei Suppen im Angebot, beim Besuch eine sämige, feurige Karottensuppe mit Kokosmilch, und eine klassische Gulaschsuppe, 5,60 Euro. Im Anschluss hatten wir würzigen, gebratenen Schafskäse auf einem üppigen Salatbett mit Rote- Bete, die im Schnürsenkelformat geschnitten war, 9,20 Euro. Die Quiche Lorraine mit Speck machte Durst auf einen knackigen Riesling, 6,50 Euro, doch die Vernunft gebot Erkältungsprävention, Ingwertee, 3,20 Euro.

Potsdamer Straße 91, Tiergarten, Tel. 20 91 73 54, Mo-Fr 8.30-19.30, Sbd.+So. 10-18 Uhr, keine Karten, besucht im November 2016

Alle Restaurants unserer "Unter 20 Euro"-Serie auf einer Karte

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