Schon die vierte Attacke

Homophobie: Tafeln am Magnus-Hirschfeld-Ufer beschädigt

Seit 2011 gibt es gegenüber dem Kanzleramt zwei Tafeln für Vordenker der homosexuellen Emanzipation. Nun wurden sie erneut attackiert.

Die Täter beschädigten die Gedenktafel, zerkratzten die Gesichter von Karl Heinrich Ulrichs, Anita Augspurg und Magnus Hirschfeld (v.l.)

Die Täter beschädigten die Gedenktafel, zerkratzten die Gesichter von Karl Heinrich Ulrichs, Anita Augspurg und Magnus Hirschfeld (v.l.)

Foto: LSVD Berlin-Brandenburg

Bereits zum vierten Mal seit der Einweihung sind die Gedenktafeln für die weltweit erste homosexuelle Emanzipationsbewegung zur Zielscheibe von Vandalismus geworden. Den abgebildeten Personen, darunter dem Arzt und Sexualforscher Magnus Hirschfeld (1868-1935), seien die Augen ausgekratzt worden, teilte der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg am Donnerstag mit.

"Wir haben die Beschädigung am Montag bemerkt. Arbeiter einer nahen Baustelle haben uns aber gesagt, dass es sie schon länger gibt", sagte LSVD-Geschäftsführer Jörg Steinert der Berliner Morgenpost. Der LSVD habe Anzeige erstattet und die Senatsverwaltung für Kultur und Europa als Eigentümer über den Vandalismus informiert.

Die Infotafeln waren 2011 aufgestellt worden und wurden nun schon zum vierten Mal zur Zielscheibe von Vandalismus. Die letzte Attacke datiere von Mai 2015, sagte Steinert. Damals seien die Tafeln mit Schriftzeichen und Symbolen beschmiert worden.

Direkt neben den Tafel entsteht derzeit ein Denkmal für die homosexuelle Emanzipationsbewegung. Es soll am 7. September eingeweiht werden und an die Gründung des Wissenschaftlich-humanitären Komitees in Berlin erinnern. Dieses gilt als weltweit erste homosexuelle Bürgerrechtsorganisation. Das Denkmal wurde von Studierenden der Universität der Künste (UDK) entworfen und wird die Form von sechs Blüten der Calla-Lilie haben. Die Calla-Lilie hat weibliche und männliche Blüten und soll die Vielfalt sexueller Identitäten symbolisieren.

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