Aktion in Berlin-Mitte

Identitäre besetzen Balkon von Grünen-Geschäftsstelle

Die rechte Identitäre Bewegung ist auf einen Balkon der Bundesgeschäftsstelle der Grünen geklettert und hat ein Transparent entrollt.

Bundesgeschäftsstelle der Grünen am Platz vor dem Neuen Tor (Archivbild)

Bundesgeschäftsstelle der Grünen am Platz vor dem Neuen Tor (Archivbild)

Foto: dpa Picture-Alliance / Jens Kalaene / picture-alliance / ZB

Im August besetzten sie das Brandenburger Tor, im September störten sie eine Radiosendung des RBB mit Margot Käßmann und Jakob Augstein - am Sonnabend haben eine Handvoll Mitglieder der vom Verfassungsschutz beobachteten Identitären Bewegung für kurze Zeit einen Balkon der Bundesgeschäftsstelle der Grünen am Platz vor dem Neuen Tor in Mitte besetzt und ein Transparent entrollt.

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Gegen 14.30 Uhr kletterten die Mitglieder mittels einer Leiter auf den Balkon. Gesinnungsgenossen schirmten sie ab. Wie schon bei vorherigen Aktionen der Rechten schien alles bis ins Detail organisiert zu sein. Ein Polizeisprecher bestätigte der Berliner Morgenpost am Abend, dass die Balkon-Besetzung nur wenige Minuten dauerte. Die Identitären entkamen, hinterließen die Leiter und Fotos der Aktion bei Twitter.

Die Identitäre Bewegung, die über Frankreich nach Deutschland kam, wird seit Juli 2016 vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet. „Wir sehen bei der ‚Identitären Bewegung‘ Anhaltspunkte für Bestrebungen gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung", erklärte Verfassungsschutz-Präsident Hans-Georg Maaßen. Die Identitären wendet sich vor allem gegen Zuwanderung und eine angeblich drohende Islamisierung Deutschlands. Durch Guerilla-Aktionen nach linken Vorbildern, die in den sozialen Medien verbreitet werden, sollen insbesondere junge Menschen angesprochen werden.