Neuer Bürgermeister

Was die neue Bezirksregierung in Mitte jetzt anpacken muss

Stephan von Dassel ist erster grüner Bürgermeister von Mitte. Auf ihn und seine Ressortchefs warten jede Menge Herausforderungen.

Die neue Bezirksregierung von Mitte: Ephraim Gothe, Stephan von Dassel, Sabine Weißler und Carsten Spallek

Die neue Bezirksregierung von Mitte: Ephraim Gothe, Stephan von Dassel, Sabine Weißler und Carsten Spallek

Foto: Steffen Pletl

Arbeitsfähig, aber nicht komplett präsentierte sich am Freitag die neu gewählte Bezirksregierung Mitte bei einer Pressekonferenz. Von den insgesamt fünf Ressortchefs haben nach der Wahl durch die Bezirksverordneten am Donnerstagabend lediglich vier am Freitag ihre Plätze eingenommen.

Die Grünen besetzen zwei Ressorts: zum einen das Amt des Bürgermeisters in Person von Stephan von Dassel, der zugleich auch für die Finanzen zuständig ist, zum anderen die Bereiche Umwelt, Kultur sowie das Straßen- und Grünflächenamt. Hier wird Sabine Weißler verantwortlich sein.

Die SPD wird mit Ephraim Gothe das wichtige Stadtentwicklungsressort leiten, Carsten Spallek als Vertreter der CDU das Schul- und Sportamt. Lediglich die Linke hat sich bislang außerstande gesehen, für das Ressort Jugend und Bürgerdienste einen geeigneten Kommunalpolitiker zu benennen. Erst in drei Wochen will die Partei ihren Personalvorschlag bekanntgeben. Zeit, die für die Einarbeitung in die Vielzahl der anstehenden Aufgaben im Bezirk fehlt.

In den kommenden fünf Jahren steht einiges auf dem Programm. Ein Fahrradwegekonzept ist genauso gefordert wie die Neugestaltung des Boulevard Unter den Lineden. Dort sollen nach der Fertigstellung der neuen U-Bahn-Linie die Gehwege verbreitert werden. Dann wird es auch eine Nachpflanzung der Linden geben. Zum anderen sieht Ephraim Gothe in der Umgestaltung und dem Rückbau von Berlins historischer Mitte am Molkemarkt eine baupolitische Herausforderung.

Doch auch das Erbe der abgewählten Bezirksregierung wird die neue Führungsriege beschäftigen. Wie geht es weiter mit der Ausstellung „Körperwelten“ am Fernsehturm, die zwischen dem Betreiber Gunther von Hagens und dem abgewählten Bezirksbürgermeister Christian Hanke (SPD) immer wieder zu heftigen Diskussionen führte?

Gespannt darf man auch sein, wie sich der neue Bürgermeister und seine Stadträte mit Blick auf das für kommendes Jahr geplante Formel-E-Rennen an der Karl-Marx-Allee gegenüber dem Senat positionieren.

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