Berlin-Mitte

In der nördlichen Luisenstadt werden Parkgebühren fällig

Für die Anwohner wurde es zuletzt immer schwieriger einen Parkplatz zu finden. Der Bezirk führt deshalb Parkraumbewirtschaftung ein.

Hier sollen bald Parkgebühren erhoben werden

Hier sollen bald Parkgebühren erhoben werden

Foto: Bezirksamt Mitte

Die Anwohner der Luisenstadt in Mitte werden wohl in absehbarer Zeit leichter einen Parkplatz finden. Das Bezirksamt Mitte hat beschlossen, in zwei weiteren Zonen die Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Begrenzt werden die beiden Gebiete durch die Spree und den Spreekanal, die Axel-Springer-Straße und den Spittelmarkt sowie den Nachbarbezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Die Trennlinie zwischen den Zonen verläuft entlang der Michaelkirchstraße, Köpenicker Straße und Heinrich-Heine-Straße. Im Herbst 2017 sollen die Parkautomaten in Betrieb gehen.

Die Auslastung der Stellplätze in diesem Gebiet läge im Moment bei mehr als 100 Prozent, sagte Carsten Spallek (CDU), Baustadtrat in Mitte, am Donnerstag. Das bedeutet, dass auch Gehwege oder Einfahrten zugeparkt oder Autos in zweiter Reihe abgestellt werden. In einem Verkehrsgutachten für die nördliche Luisenstadt wurde der ruhende Verkehr untersucht und die Auslastung der Parkplätze durch die verschiedenen Nutzergruppen. "Der hohe Parkdruck wird wesentlich von Beschäftigten verursacht", sagte Spallek. Nicht nur die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, auch Firmen wie Vattenfall und Zalando sowie Botschaften hätten dort ihren Sitz. Deshalb sei es für Bewohner häufig schwierig, einen Stellplatz in Wohnungsnähe zu finden.

Künftig Parkgebühren von 50 Cent je Viertelstunde

Die Parkgebühren werden bei 50 Cent je Viertelstunde liegen, also zwei Euro pro Stunde. Damit ist der Tarif genauso hoch wie in der Parkzone nördlich vom Alexanderplatz. Noch höher sind die Gebühren aufgrund der Touristenströme direkt am Alexanderplatz, wo sie drei Euro betragen. Anwohner der Luisenstadt können eine Vignette beim Bürgeramt beantragen. Sie kostet 20,40 Euro und ist zwei Jahre gültig.

Der Bezirk beginnt jetzt mit den erforderlichen Arbeiten für die Umsetzung der Parkraumbewirtschaftung. Dazu gehört, dass die Anschaffung der Automaten europaweit ausgeschrieben werden muss. Allein dieses Verfahren dauert etwa drei Monate. Zudem wird mehr Personal für die Kontrollen gebraucht. Dafür soll es Neueinstellungen geben. Aus diesem Grund rechnet Spallek mit 14 Monaten bis zur Inbetriebnahme der Parkautomaten. In diesem Zeitraum sollen auch die Anwohner offiziell informiert werden. Den Bürgerversammlungen sieht der Baustadtrat gelassen entgegen. Er hat viele Beschwerden über den hohen Parkdruck entgegengenommen, verbunden mit der Forderung, in dem Gebiet die Parkraumbewirtschaftung einzuführen. Deshalb gehe er davon aus, dass die zeitnahe Umsetzung auf große Zustimmung stoße, sagte Spallek.

Mit der Parkraumbewirtschaftung soll der Verkehr generell entlastet und unnötiger Parksuchverkehr vermieden werden. In Berlin werden im öffentlichen Straßenraum zurzeit in 40 Parkzonen rund 103.210 Stellplätze bewirtschaftet. Die Gesamtfläche der Parkzonen beträgt 2980 Hektar. Mit der Gebührenpflicht können die Stellplätze von einer größeren Anzahl Autos genutzt werden, da aus Kostengründen nicht länger als nötig geparkt wird. Durch das verstärkte Kurzzeitparken sind leichter freie Stellplätze zu finden.

Kostenfreie Parkplätze rund um die Luisenstadt zu finden, ist schwierig. In den Gebieten nördlich der neuen Parkzonen besteht bereits seit Längerem Gebührenpflicht. Südlich hilft nur ein Ausweichen nach Friedrichshain-Kreuzberg, wo tagsüber vor allem noch in den kleinen Nebenstraßen freie Plätze zu finden sind. Mit etwas Glück.

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