Antisemitismus

Erneut Gedenktafel für Holocaust-Opfer in Moabit geschändet

Eine Gedenktafel des Vereins „Sie waren Nachbarn“ wurde bereits mehrfach Ziel von Anschlägen. Nun wurde sie erneut beschmiert.

Die Gedenktafel in der Ellen-Epstein-Straße

Die Gedenktafel in der Ellen-Epstein-Straße

Foto: Initiative Sie waren Nachbarn e.V.

Eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Deportation von 30.000 Juden in Konzentrationslager in der Ellen-Epstein-Straße ist in der Nacht zu Sonnabend mit schwarzer Farbe beschmiert und antisemitisch bemalt worden.

Das gelbe Schild ist mit dem Schriftzug „Von hier fuhren Züge ins Gas“ versehen. Der oder die unbekannten Täter übergossen das Schild mit schwarzer Farbe und strichen das Wort „Gas“ durch. Daneben wurden die Worte „sachlich falsch“ geschmiert.

In den vergangenen Monaten gab es bereits mehrfach ähnliche Schändungen der Tafel. Diese war erst am 21. Juli erneuert worden. Die Initiative „Sie waren Nachbarn“ schrieb in einem Statement, die Tat beweise, dass der Hinweis auf das Gas "die vermutlich rechtsradikalen Täter besonders stört. Denn so wird die Öffentlichkeit immer wieder daran erinnert, wohin Rassismus und Verfolgung von einzelnen Teilen der Bevölkerung in Deutschland geführt hat...“

Am Gedenkort befand sich während der Zeit des Nationalsozialismus der Güterbahnhof Putlitzstraße. Von dort gingen Züge mit 30.000 Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Benannt ist die Ellen-Epstein-Straße nach einer jüdischen Pianistin, die 1942 vom Güterbahnhof aus in den Osten deportiert und in Riga ermordet wurde.

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