Alte Jakobstraße

Autonome bekennen sich zu Anschlägen in Mitte

Auf einer einschlägig bekannten Internetseite ist ein Bekennerschreiben aufgetaucht. Polizei und Staatsschutz prüfen es auf Echtheit.

Sechs Autos wurden durch die Brandanschläge beschädigt

Sechs Autos wurden durch die Brandanschläge beschädigt

Foto: Thomas Schröder

Zu den Brandanschlägen in der Nacht zu Sonntag an der Alten Jakobstraße ist eine Bekennerschreiben aufgetaucht. Auf einer einschlägig bekannten Internetseite aus dem linken Spektrum heißt es: „Wir haben uns in der Alten Jakobstraße ein Stelldichein gegeben um unsere Wut über Ausgrenzung, Vertreibung, Kontrolle und Verachtung gegenüber einer Stadt der Reichen mit Farbe, Steinen und Feuer sichtbar zu machen.“

Die Aktion zielte auf den Neubau der "Fellini Residences", dazugehörende Bau- und Immobilienbüros, ein Umspannwerk von Vattenfall, mehrere hochwertige Autos sowie ein Hotel und ein Supermarkt.

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Nach Angaben eines Polizeisprechers habe der Staatsschutz Kenntnis von dem Schreiben. Derzeit werde geprüft, ob es authentisch sei.

Mehrere Gruppen hatten randaliert

Im Schreiben heißt es weiter: „Die Luxusneubauten stehen für eine Stadtentwicklung zu Gunsten der Reichen und zeigen offenkundig die Trennung in Teilhabende und Ausgeschlossene: Während die einen in ihren Appartments der 'gefühlsvollen Inszenierung italienischer Lebensqualität' fröhnen wird der Pöbel durch Überwachungskameras fern gehalten.“

In der Nacht zu Sonntag waren gegen 1.30 Uhr Vermummte zwischen Seydel- und Sebastianstraße marodierend durch die Straße gezogen, hatten Barrikaden aus brennenden Autoreifen errichtet. Nach Angaben der Polizei sollen es mehrere Gruppen von jeweils fünf bis sechs Personen gewesen sein. Sie zündeten Autos an, warfen Fensterscheiben von mehreren Geschäften und einem Hotel ein, versuchten eine Baustelle in Brand zu setzen.

Nach vorläufigen Angaben der Polizei vom Sonntag wurden sechs Fahrzeuge beschädigt, vier durch gelegte Brände, zwei durch Steinwürfe. Zudem legten die Vermummten sogenannte Krähenfüße aus.

Die Metallstifte sollten sich in Reifen von Einsatzfahrzeugen bohren und diese so an der Weiterfahrt hindern. Ein Funkwagen der Polizei wurde bei der Fahrt zum Tatort durch die ausgelegten Krähenfüße beschädigt. Die Täter konnten vor Eintreffen der Polizei entkommen, sie sollen in Richtung Kreuzberg geflüchtet sein. Auch eine Suche mit einem Polizeihubschrauber und mit Spürhunden blieb erfolglos.