Kulturelle Nutzung

Theater im Monbijoupark darf dauerhaft bleiben

Durch eine Ergänzung des Bebauungsplans wird die kulturelle Nutzung künftig erlaubt. Der Stadtrat setzt sich für ein Grillverbot ein.

Die Märchenhütte im Monbijioupark ist langfristig gesichert

Die Märchenhütte im Monbijioupark ist langfristig gesichert

Foto: Bernd Schönberger

Jahr für Jahr musste der Betreiber des Monbijoutheaters seine Spielgenehmigung neu beantragen und auf eine befristete Duldung des Theaterbetriebs hoffen. Jetzt hat der Bezirk den ersten Schritt gemacht, um das Amphitheater und die Märchenhütte auf dem Bunkerberg dauerhaft zu sichern.

Der Bebauungsplan, der an dem Standort des Theaters eine öffentliche Grünanlage ausweist, soll um den Beschluss ergänzt werden, die kulturelle Nutzung ausnahmsweise zu erlauben. „Damit ist der Spielbetrieb rechtlich gedeckt und die Theatermacher haben eine Planungsperspektive“, sagt Baustadtrat Carsten Spallek (CDU). Ziel bleibe es dennoch, den Park so zu erhalten wie er ist, und die Grünfläche zu erweitern.

Theaterdirektor Christian Schulz ist erfreut und erleichtert über den Vorstoß des Bezirks. „Daran haben viele Leute über viele Jahre gearbeitet“, sagt Schulz. Seit 18 Jahren wird die Bühne im Monbijoupark bespielt, bislang immer nur mit einer temporären Erlaubnis, die ein Jahr galt. Mehr als 110.000 Zuschauer sehen sich nach Angaben des Theaters jedes Jahr die Stücke an, im Sommer die Klassiker im Amphitheater und im Winter die Märchenstücke in der Hütte.

„Wir haben es geschafft, das Publikum für uns zu gewinnen“, sagt Schulz. Es sei schön, dass sich jetzt auch die Verwaltung und die Politik öffentlich zu ihnen bekennen. Mit der dauerhaften Sicherung fällt nicht nur die Unsicherheit und die jährliche Beantragung weg. „Wir müssen auch nicht mehr so viel Geld für Auf- und Abbau ausgeben“, sagt der Theaterdirektor. Von der Ergänzung des Bebauungsplans um die kulturelle Nutzung ist auch der Mäusebunker betroffen, der früher von der Humboldt-Universität für Tierversuche genutzt wurde und auf dem die Märchenhütte steht. Geplant ist, ihn als Lager für das Theater und die Strandbar zur Verfügung zu stellen. Außerdem sollen dort öffentliche Toiletten entstehen.

Die Pläne des Baustadtrates für den Monbijoupark gehen noch weiter. Die Bezirksverordneten beschließen im Mai, ob ein Teil des Mauerparks Pankow zugeschlagen wird, damit einheitliche Regeln gelten. Sollte Pankow wie geplant nahe der Lortzingstraße einen Grillplatz einrichten, will sich Carsten Spallek für ein Grillverbot im Monbijoupark einsetzen, weil es dann eine Ausweichfläche gibt. Jedes Jahr beschweren sich viele Anwohner über die Belästigungen durch Lärm, Rauchschwaden und Müll.