Flüchtlingspolitik

Reden der AfD-Politiker gehen im Pfeifkonzert unter

Rund 250 Anhänger der AfD haben in Mitte demonstriert. Rund 300 Gegendemonstranten machten ihnen den Protest schwer.

Ein Gegendemonstrant hatte sich zumindest zunächst unbemerkt unter die Anhänger der AfD gemischt

Ein Gegendemonstrant hatte sich zumindest zunächst unbemerkt unter die Anhänger der AfD gemischt

Foto: Bernd Settnik / dpa

Nachdem die AfD schon am 24. Oktober unter dem Motto „Merkel die Rote Karte zeigen“ vor der Bundeszentrale der CDU in der Klingelhöferstraße zu einer Kundgebung aufgerufen hatte, versammelten sich auch an diesem Sonnabend Anhänger der rechtspopulistischen Partei in Berlin.

Rund 250 Teilnehmer hatte die Veranstaltung, so ein Polizeisprecher. Zu der Kundgebung kamen auch der Brandenburger Landesvorsitzende Alexander Gauland und der Europaabgeordnete Markus Pretzell.

Die AfD-Anhänger demonstrierten gegen die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin. Ihr Motto: „Asyl braucht Grenzen.“ Treffpunkt der Kundgebung war diesmal das Rote Rathaus, wo sich Demonstranten ab 15 Uhr versammelten.

Polizei räumt Platz von Gegendemonstranten

Alleine waren sie dabei aber erneut nicht. Wie schon am vergangenen Wochenende mobilisierte ein Aufruf der Berliner Landesverbände von SPD, Linken, Bündnis 90/Die Grünen und CDU mehr als 300 Gegendemonstranten. Ihr Protest stand unter dem Motto: „Sorgen wir gemeinsam dafür, dass die AfD nicht unwidersprochen öffentlich gegen Flüchtlinge hetzen kann“, so der Veranstalter.

Die Aufgabe, die sie sich gestellt hatten – der AfD ihre Kundgebung schwer zu machen – erledigten die Gegendemons­tranten mit Erfolg. Schon zu Beginn der Kundgebung gingen die Reden der AfD-Politiker in Pfeifkonzerten und Gesängen unter.

So dauerte es keine Viertelstunde, bis Beamte der Berliner Polizei den Versammlungsplatz von Gegendemonstranten räumten. Eine Gruppe von Protestierenden hatte es aber auf den Balkon des Mensch-Museums am Alex geschafft und machte aus der Höhe ihrem Unmut Luft.

Dennoch verlief die Veranstaltung ohne Zwischenfälle. Die AfD sieht ihre Aktion als ein „Warmlaufen“ für eine große Demonstration am 7. November: Die Partei hat ihre Anhänger bundesweit zu einer Kundgebung vor dem Roten Rathaus aufgerufen.