Sanierung

Im Berliner Humboldthafen sollen Kreuzfahrtschiffe anlegen

Nach fünf Jahren können im Humboldthafen in Berlin-Mitte wieder Schiffe anlegen. Die Sanierung der Kaimauer wurde abgeschlossen. Kostenpunkt: 20 Millionen Euro. Nun soll eine neue Steganlage entstehen.

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

Am Humboldthafen können wieder Schiffe festmachen. Nach mehr als fünf Jahren Bauzeit ist am Dienstag die Sanierung der maroden Kaimauer abgeschlossen worden.

Die Staatssekretäre für Verkehr und Wirtschaft, Christian Gaebler und Henner Bunde, enthüllten dazu eine Aufschrift an einer wieder aufgebauten Bastion, auf der sich einst ein Hafenkran drehte. Der Schriftzug soll an die lange Geschichte des Hafens erinnern, der 1857–1859 nach den Plänen von Peter Joseph Lenné an einen Spree-Abzweig als Teil des Berlin-Spandauer Schifffahrtskanals errichtet wurde.

Nach historischem Vorbild wurden nun die Uferwände auf 700 Meter Länge weitgehend erneuert. Lediglich an der Hafenseite direkt unter den Eisenbahnbrücken fehlen noch einige Abschnitte. Dort lässt die Deutsche Bahn gerade Tunnel für die neue S-Bahn-Linie S21 errichten. Erst wenn der Baufortschritt es zulässt, sollen auch dort die Uferbefestigungen erneuert werden, hieß es.

Kreuzfahrtschiffe sollen im Humboldthafen anlegen können

Das etwa dreieinhalb Meter tiefe Hafenbecken direkt neben dem Berliner Hauptbahnhof soll aber nicht nur Blickfang und Freizeitoase für die Bewohner des dort geplanten neuen Stadtquartiers sein. An der sechs Meter hohen Kaimauer sollen auch wieder Schiffe anlegen können. Mittelfristig soll an der Westseite des Hafens eine Steganlage für Kreuzfahrtschiffe entstehen.

„Der Platz bietet sich dafür geradezu an“, bestätigte Lutz Adam, Leiter der Tiefbauabteilung in der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, entsprechende Überlegungen. Bislang können die Riesen der Flussschifffahrt in Berlin nur in Spandau oder im Tegeler Hafen festmachen. In Berlins Mitte fehlt bisher ein Platz, an dem die Schiffe auch über Nacht liegen können, ohne dass sie den übrigen Schiffsverkehr behindern. Einen Yachthafen oder einen ständiger Liegeplatz für Hausboote soll es im Hafen aber auf keinen Fall geben, hieß es.

Humboldthafen-Sanierung kostet 20 Millionen Euro

Die hohen Sanierungskosten von insgesamt 20 Millionen Euro erklärte Verkehrsstaatssekretär Gaebler mit dem überaus schlechten Zustand der Uferwände. „Sie war nicht mehr standsicher und auch nicht reparaturfähig“, sagte Gaebler.

Für die Sicherheit sollen nun Spundwände aus Stahl sorgen, die mit Steinplatten aus Granit und Sandstein verkleidet wurden. Die Wände erhielten so ihre historisch belegte abgeschrägte Form. Etwa die Hälfte der alten Steinplatten konnte wiederverwendet werden. 2014 soll mit der Bebauung der Brachen rund um den Humboldthafen begonnen werden. So entstehen am Nordufer neue Häuser mit 250 Miet- und Eigentumswohnungen. Auch eine 20 Meter breite Uferpromenade ist geplant.