Theater

Märchenhütten können vorerst im Monbijoupark bleiben

Baustadtrat Carsten Spallek hat den Spielbetrieb des Theaters gesichert. Das angrenzende Atelierhaus wird wie geplant abgerissen. Über die künftige Nutzung des Monbijouparks wird weiter debattiert.

Foto: Bernd Schoenberger / Hexenkessel Hoftheater

Auch nach dem Abriss des Atelierhauses im Monbijoupark können die Theateraufführungen in den beiden Märchenhütten weitergehen. „Der Spielbetrieb im Sommer und im Winter ist gesichert“ sagt Baustadtrat Carsten Spallek (CDU).

Er habe für die beiden Hütten – nach den Brüdern Grimm Wilhelm und Jacob benannt – die Duldung verlängert. Sie gilt jetzt bis zum 1. April 2014. Zuvor hatten sich bereits die Bezirksverordneten für einen Erhalt der Märchenhütten ausgesprochen.

„Das Theater passt an diesen Ort und erfährt einen großen Zuspruch“, sagt Carsten Spallek. Es sei das Flair, das Mitte ausmache. Mehr als 100.000 Besucher würden jedes Jahr das Angebot nutzen und sich die Märchen für Kinder und Erwachsene ansehen. Zudem gebe es kaum Beschwerden. „Das heißt, dass die Märchenhütten an diesem Standort akzeptiert sind“, so der Baustadtrat. Er hoffe, dieses kulturelle Angebot langfristig zu sichern.

Seit 2007 werden die Märchenhütten bespielt

Der Betreiber der Märchenhütten, die Hexenkessel Strand GmbH, ist erleichtert über die Entscheidung. „Wir haben lange verhandelt und sind jetzt froh, dass es auch eine politische Entscheidung für den Weiterbetrieb gab“, sagt Theaterchef Christian Schulz mit Blick auf das positive Votum der Bezirksverordneten.

Vor 15 Jahren hat er zum ersten Mal im Sommer Vorstellungen im Amphitheater angeboten, 2007 kamen die Märchenhütten dazu, die im Winter bespielt werden. Da es für die Hütten keine Baugenehmigung gab, weil sie sich in einer Grünanlage befinden, wurden sie vom Bezirk bislang geduldet.

Die gesamte Situation im Monbijoupark hat sich durch den geplanten Abriss des Atelierhauses verändert. Lange wurde darüber diskutiert, ob die C/O Galerie das baufällige und leer stehende Gebäude aus den 50er-Jahren nutzen könnte. Doch dann fand sich mit dem Amerikahaus an der Hardenbergstraße eine bessere Lösung für eine dauerhafte Bleibe der Fotografie-Ausstellung. Damit steht jetzt dem Abriss des Atelierhauses nichts mehr im Wege.

Neue Debatte über die künftige Nutzung des Monbijouparks

„Die Ausschreibung wird gerade vorbereitet, im Sommer sollen die Arbeiten beginnen“, sagt Spallek. Das Gebäude sei in einem erbärmlichen Zustand, über den Winter hätten sich ein Dutzend Obdachlose dort einquartiert. Außerdem seien in dem Haus verschiedene Schadstoffe verbaut worden, deren Grenzwerte nach heutigen Richtwerten fünfmal höher als erlaubt seien. Allein aus diesem Grund hält der Baustadtrat eine Sanierung für „nicht wirtschaftlich“.

Der bevorstehende Abriss des Atelierhauses hat eine neue Debatte über die künftige Nutzung des Monbijouparks entfacht. Was wird aus dem Bunker, auf dem die Märchenhütten stehen, und wie geht es mit dem Theater weiter?

Ursprünglich sollten Bunker und Atelierhaus gemeinsam abgerissen werden. Doch das würde die Kosten enorm in die Höhe treiben. Etwa 600.000 Euro koste der Abriss des Atelierhauses, sagt der Baustadtrat. Mindestens genauso viel müssten noch einmal für den Bunker gerechnet werden.

Bunker als Lager oder Toilettenanlage

Jetzt gibt es neue Überlegungen, den Bunker zu erhalten. „Der Betreiber der Märchenhütten könnte sich vorstellen, den Bunker für die eigene Nutzung zu pachten“, sagt der Baustadtrat. Das bestätigt Christian Schulz. „Der Bunker eignet sich als Lagerfläche und für die Unterbringung der Toilettenanlagen“, sagt der Theaterchef.

Das hätte auch den Vorteil, dass man im Park mehr Platz für Grünflächen gewinnen würde. Die ersten Gespräche sind bereits gelaufen, „die Weichen gestellt“, sagt Schulz. Jetzt hoffe er, dass er zügig in den Bunker hineinkomme.