Weniger Müll

Grillverbot im Berliner Tiergarten zahlt sich aus

Seit Beginn des Jahres darf im Tiergarten nicht mehr gegrillt werden. Das Verbot wirkt und wird eingehalten, so der Bezirk Mitte.

Foto: Reto Klar

Das seit Beginn 2012 geltende Grillverbot im Berliner Tiergarten zeigt Wirkung: Die Müllmenge in der großen innerstädtischen Grünanlage hat sich dadurch um 75 Prozent verringert. Das teilte der Baustadtrat des Bezirks Mitte, Carsten Spallek (CDU), am Donnerstag mit.

Statt der noch 2011 anfallenden acht Tonnen Abfall wurden in diesem Jahr nur zwei Tonnen von den Mitarbeiter der Grünanlagen-Ämter eingesammelt. Spallek zog eine insgesamt positive Bilanz: „Das Grillverbot wirkt und wird eingehalten.“ Insgesamt stellten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in der gesamten Grillsaison nur 33 Ordnungsverstöße fest, davon 23 gegen das Grillverbot.

Mit dem drastischen Rückgang der Müllberge von Pappgeschirr, Essensresten, Flaschen und Papier erwartet der Bezirk auch deutlich weniger Kosten. So seien bisher rund 300.000 Euro im Jahr für die Beseitigung des Mülls aus dem Tiergarten angefallen, sagte Spallek. Man rechne damit, dass künftig dafür nur noch 75.000 Euro bezahlt werden müssten.

Der Bezirksstadtrat zeigte sich angenehm überrascht, wie bemerkenswert einfach das Grillverbot umgesetzt werden konnte. Noch im Sommer 2011 hätten schließlich an nur einem heißen Sommertag mehrere tausend Menschen im Tiergarten gegrillt. Zum Auftakt der diesjährigen Grillsaison seien 47 Verwarnungen ausgesprochen worden, wenn das Verbot missachtet wurde. Nach dieser Übergangszeit sei in 23 Fällen ein Bußgeld von je 20 Euro verhängt worden.

Der Leiter des Ordnungsamtes konstatierte bei den Berlinern eine insgesamt verständnisvolle und positive Einstellung zum Grillverbot. Aggressiv hätten sich nur Hundebesitzer gezeigt, wenn sie beim Verstoß gegen den Leinenzwang für ihre Hunde ein Bußgeld bezahlen sollten.