Radverkehr

Radbahn entlang der U5 wird geprüft

Eine Initiative setzt sich für die Radverbindung nach Marzahn-Hellersdorf ein. Nun führt die infraVelo eine Machbarkeitsstudie durch.

Entlang der U-Bahnlinie U5 soll die neue Radverbindung führen, die auch „Highway to Hellersdorf“ genannt wird.

Entlang der U-Bahnlinie U5 soll die neue Radverbindung führen, die auch „Highway to Hellersdorf“ genannt wird.

Foto: Maurizio Gambarini

Berlin. Die Radbahn U5 kommt ihrer Realisierung näher. Die infraVelo wird die Machbarkeitsstudie für die auch „Highway to Hellersdorf“ genannte Radstrecke durchführen. Die Ergebnisse der Untersuchung könnten somit Ende 2021 vorliegen, teilt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz auf Nachfrage mit.

Wie der Name nahelegt, soll die Radbahn entlang der U-Bahnstrecke U5 verlaufen; zumindest auf dem Teilstück, auf dem die U-Bahn oberirdisch verkehrt, also zwischen der Endhaltestelle Hönow und dem Tierpark in Lichtenberg.

Pläne für eine Radschnellverbindung durch den Berliner Osten gibt es indes schon seit vielen Jahren, sagt Pascal Grothe. Grothe hat das Projekt mitinitiiert und ist heute Sprecher des Grünen-Kreisverbands Marzahn-Hellersdorf. Seine Initiative hat die Radbahn ins Leben gerufen und aktuelle Informationen zu ihrer Realisierung online zusammengetragen. Das Bezirksamt hatte sich anschließend mit den Plänen befasst und die Verkehrsverwaltung um die Finanzierung für eine Machbarkeitsstudie gebeten.

Bezirk und Senatsverwaltung haben keine personellen Kapazitäten

Wie das Bezirksjournal, eine Online-Zeitung für Lichtenberg und Marzahn-Hellersdorf, berichtete, sei diese Finanzierung auch bewilligt worden. Jede sinnvolle Erweiterung des Berliner Radverkehrsnetzes sei begrüßenswert, hieß es zur Begründung. Das Bezirksamt solle zunächst einen Zeit- und Kostenplan einreichen. Doch im Bezirk gebe es nicht genügend personelle Kapazitäten, um die Untersuchung durchzuführen und auch in der Landesbehörde seien die Mitarbeiter ausgelastet. Daher sei man an die infraVelo herangetreten, die für Radschnellverbindungen in Berlin zuständig ist.

„Es haben inzwischen Gespräche zwischen der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, der infraVelo und der Bezirksstadträtin, Frau Zivkovic, stattgefunden“, sagt nun eine Sprecherin der Verkehrsverwaltung. „Ergebnis: Die Senatsverwaltung wird zeitnah bei der infraVelo die Erstellung einer Machbarkeitsuntersuchung für einen qualitativ hochwertigen Radweg entlang der U5 beauftragen.“

Süden des Bezirks schlecht ans Radnetz angebunden

Für Grothe ist die Untersuchung ein Meilenstein hin zu einer sicheren Radwegeverbindung in den Berliner Osten. Er glaubt an die Strecke. „Der große Vorteil ist, dass es auf der Strecke der Radbahn viele Teilstücke gibt, die nur miteinander verbunden werden müssen“, so der leidenschaftliche Radfahrer. Außerdem knüpfe die Radbahn an die Radschnellverbindung 9 an, die von Spandau horizontal durch Berlin über die Landsberger Allee und bis zur Stadtgrenze in Marzahn-Hellersdorf verlaufen soll. Mögliche Anbindungen an Radschnellverbindungen wolle man berücksichtigen, heißt es auch von der Verkehrsverwaltung.

Gerade für den Süden des Bezirks sei die Radbahn wichtig. Die Gebiete fernab der Großsiedlungen im Bezirk seien an das Radwegenetz nicht gut angebunden. „In Biesdorf oder Kaulsdorf stehen vor allem Einfamilienhäuser“, sagt Grothe. „Und dort gibt es besonders viele KFZ pro Einwohner.“ Gerade hier könnte eine neue Radverbindung also auch klimaschutztechnisch etwas bewegen, wenn mehr Bewohner aufs Fahrrad umstiegen. Generell ist Grothe, der seit Jahren im „Netzwerk Fahrradfreundliches Marzahn-Hellersdorf“ und in der Vorgängergruppe „Radbezirk Mahe“aktiv ist, unzufrieden mit der Radinfrastruktur im Bezirk. „Marzahn-Hellersdorf hat aus dem Berliner Mobilitätsgesetz am wenigsten umgesetzt“, sagt Grothe, wohl auch in Richtung der Verkehrsstadträtin Nadja Zivkovic (CDU), die sich in der Vergangenheit gegen Pop-up-Radwege gesperrt hat.

Radverbindung gemeinsam mit U-Bahnstrecke auf Brücken

Wo genau die Radbahn entlang der U-Bahnstrecke verlaufen soll, ist noch nicht klar. Auf vielen Straßen sei die Einrichtung von Fahrradwegen problemlos möglich, meint Grothe. „Etwa auf der Gülzower Straße, dort liegt Asphalt, und ein Fahrradweg könnte ganz einfach entstehen.“ Klärungsbedarf sieht er hingegen noch am Elsterwerdaer Platz an der Köpenicker Straße.

Auf der Internetseite der Radbahn-Initiative sind bereits Visualisierungen der Radbahn zu sehen. Vom Elsterwerdaer Platz bis zum Bahnhof Wuhletal könnte demnach der Radweg gemeinsam mit der U-Bahn auf Brücken verlaufen. „Das sind hochtrabende Pläne“, räumt Grothe ein. „Das geht alles auch einfacher.“ Die Hauptsache sei jetzt, erstmal zu schauen, was wie umsetzbar sei und die Planer in Ruhe ihre Arbeit machen zu lassen.

„Untersucht wird eine hochwertige Radverbindung, die in Abschnitten den höheren Qualitätsstandards von klassischen Radschnellverbindungen (mindestens vier Meter breiter hochwertiger Radschnellweg, zusätzlich 2,5 Meter breiter Fußweg, Vorrang für Radverkehr an Kreuzungen) entsprechen könnte“, heißt es so auch von der Verkehrsverwaltung. Der genaue Routenverlauf und deren Ausgestaltung werde in der Machbarkeitsuntersuchung erarbeitet. Grothe ist optimistisch. „Hauptsache, wir bekommen endlich eine sichere Radverbindung in die Innenstadt“, sagt er. „Dann kann Radfahren im Bezirk auch Spaß machen.“