Straßenumbau

Verkehrslösung für Mahlsdorf in Sichtweite

Das Planfeststellungsverfahren für den Straßenumbau soll im Frühjahr 2021 starten. CDU kritisiert den Zeitplan und die Straßenführung.

Rad- und Individualverkehr sollen künftig getrennt voneinander verlaufen. (Symbolbild)

Rad- und Individualverkehr sollen künftig getrennt voneinander verlaufen. (Symbolbild)

Foto: Ralph Peters / imago/Ralph Peters

Berlin. Für Baumaßnahmen rund um die Hönower Straße gibt es einen neuen Zeitplan. Wie die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz in einer Mitteilung an das Abgeordnetenhaus verlauten ließ, wurde die Entwurfsplanung für die Straßenmaßnahme fertiggestellt. Das Planfeststellungsverfahren soll daher im März 2021 eingeleitet werden.

Konkret geplant ist die Umgestaltung des Straßenzuges Hönower Straße und Hultschiner Damm zwischen dem S-Bahnhof Mahlsdorf und der Rahnsdorfer Straße. Der PKW-Verkehrs soll auf eine neue Straßenverbindung umgeleitet werden, die östlich der bestehenden Straße gebaut wird. Nahe des S-Bahnhofs soll künftig ab der Pestalozzistraße über die Straße An der Schule der Verkehr fließen. Die Straße An der Schule muss dafür ausgebaut und hinter der Kreuzung Alt-Mahlsdorf südlich verlängert werden. Die Verkehrslösung Mahlsdorf, unter der die Umbaumaßnahmen gefasst werden, ist erforderlich, um die angespannte verkehrliche Situation rund um den Ortskern Mahlsdorf zu entzerren.

Straßenbahn soll im Zehn-Minuten-Takt verkehren

Wie die Verkehrsverwaltung ferner mitteilt, wird auch der Abschluss der Vorplanung für die Straßenbahn-Neubaumaßnahmen für Ende 2020 erwartet. Für die anschließenden Entwurfsplanungen wurde bereits ein Planungsbüro gebunden. Die Straßenbahn soll zwar auf ihrer jetzigen Trasse auf dem Hultschiner Damm und der Hönower Straße verbleiben. Die Strecke soll jedoch zweigleisig ausgebaut werden, um einen Zehn-Minuten-Takt zu ermöglichen. Statt zusammen mit dem PKW-Verkehr sollen dort künftig nur noch die Straßenbahn, Radfahrer und Anwohner- und Lieferverkehr fahren, während der Hauptverkehr auf die neue Straße umgeleitet wird. Die neuen Haltestellen werden barrierefrei sein.

Über die Neuigkeiten der Verkehrsverwaltung freut sich die Linksfraktion. „Dass es nun einen klaren Zeitplan für den Beginn des Planfeststellungsverfahrens für den Neuen Hultschiner Damm gibt, zeigt, dass es endlich mit der Verkehrslösung für Mahlsdorf vorangeht“, heißt es in einer eigens veröffentlichten Pressemitteilung. „Die politischen Blockaden, die das Projekt seit Jahren verzögert haben, haben SPD, Grüne und LINKE mit gemeinsamem politischem Willen in dieser Legislatur endlich aufgelöst.“

CDU fürchtet PKW-Verkehr in umliegenden Straßen

Was mit diesen Blockaden gemeint ist, wird bei einer Nachfrage an die Bezirks-CDU deutlich. Dort ist man mit den Planungen zur Verkehrslösung Mahlsdorf nämlich weniger zufrieden. „Wir wollen die Straßenbahn über die Straße An der Schule entlang führen und nicht dort 15 000 PKW und LKW hinführen“, sagt Mario Czaja, Landtagsabgeordneter aus dem Bezirk. „Wir befürchten zudem, dass die Autos dann vor dem Bahnhof in einem neuen Stau an der Pestalozzistraße stehen und über das Musikerviertel und die Wohngebiete andere Schleichwege suchen.“ Czaja bemängelt, dass der vom Bezirk eingesetzte Planungsbeirat bei der Senatsverwaltung kein Gehör fand. Dort habe man die Einschätzung der CDU geteilt, meint der Mahlsdorfer.

Außerdem seien einige wichtige Punkte weiterhin nicht geklärt. Auch mit der neuen Straßenführung bestehe das Nadelöhr am S-Bahnhof Mahlsdorf weiter und der Ortskern würde nicht entlastet. Wann und wo zusätzliche Fahrradstellplätze am Bahnhof entstehen würden, stehe nicht fest, ebenso sei unklar, was mit der nicht mehr benötigten Tram-Wendeschleife geschehen soll. „Bis heute gibt es weiterhin keine Antworten darauf, wie der Individualverkehr entlang der Schule sicher vorbeigeleitet werden soll und wie wirksam verhindert werden soll, dass der Verkehr der neuen Straße An der Schule in und durch die Wohngebiete fließt“, sagt Czaja. „Wir sind heute keinen Schritt weiter als zu Beginn der Wahlperiode.“

In der Lemkestraße beginnen die Bauarbeiten schon jetzt

Wenige Straßen weiter geht es nun jedoch zumindest voran. Auf der Lemkestraße beginnen im November die Bauarbeiten. Wegen der alten Bäume, von denen einige im Zuge der Sanierungen gefällt werden müssen, hatte es in der Vergangenheit Streit unter den Anwohnern und mit dem Bezirk gegeben. Zwischen der Linderhofstraße und der Sudermannstraße wird mit dem Bau der Gehwege und der Bordsteinführungen sowie der Konstruktion der vergrößerten Baumscheiben zum Schutz der Wurzeln für die zu erhaltenden Bäume begonnen.

Auch hier war es zu Verzögerungen gekommen. Grund dafür waren nötige Absprachen mit den Berliner Wasserbetrieben (BWG), wie Verkehrsstadträtin Nadja Zivkovic (CDU) in der letzten Verkehrsausschusssitzung am Mittwoch erklärte. Erst wenn die BWG ihre Arbeiten im nächsten Jahr abgeschlossen hat, kann schließlich der Fahrbahnneubau erfolgen. Umgeleitet wird der Verkehr während der Bauarbeiten wahrscheinlich über die Hönower Straße und Landsberger Straße sowie die Dahlwitzer Straße.