Tangentialverbindung Ost

TVO: Neubau von Gleisen sorgt für Diskussionen

Die CDU warnt vor Verzögerungen. Grüne und Linke sind gelassen.

Geplante Tangentialverbindung

Geplante Tangentialverbindung

Foto: BM

Berlin. In der Berliner Morgenpost veröffentlichte Erkenntnisse, wonach der Bau der Tangentialverbindung Ost (TVO) die Neuverlegung von Fernbahngleisen mit sich bringt, sorgen für Diskussionen. Damit neben der TVO noch genügend Platz für die geplante Nahverkehrstangente (NVT) bleibt, müssen zwischen Biesdorf und Wuhlheide neue Gleise verlegt werden. Die CDU-Fraktion ruft nun zu schnellem Handeln auf.

Weiter über die genaue Streckenführung zu diskutieren und das Planfeststellungsverfahren für die TVO womöglich zu verschieben, würde die Planungen um Jahre zurückwerfen, heißt es in einer am Donnerstag veröffentlichten Pressemitteilung. „Ich habe immer gesagt; wir planen nacheinander“, sagt Christian Gräff, Abgeordneter aus Biesdorf. „Erst die TVO, dann die Nahverkehrstangente. Beides gleichzeitig ist zu kompliziert. Für das Schienenverfahren ist das Eisenbahn-Bundesamt zuständig, für die TVO die Verkehrsverwaltung.“ Wer jetzt über Detailfragen streiten wolle, hätte die Absicht, das ganze Projekt zu verhindern.

Der Verband Deutscher Grundstücksnutzer (VDGN), dem Gräff bis Februar dieses Jahres als Präsident vorstand, spricht gar von einer ideologischen Scheindebatte. „Die erneuten Diskussionen um den Bau der TVO sind großer Quatsch“, sagt der neue VDGN-Präsident Jochen Brückmann. „Fakt ist: Es ist beim Bau Platz für den Straßenverkehr wie auch für den Schienenverkehr.“

Verkehrsverwaltung: Genug Platz für beide Bahnstrecken

Der Grünen-Abgeordnete aus Marzahn-Hellersdorf Stefan Ziller bleibt angesichts der neuen Erkenntnisse gelassen. Die Verlegung der Nahverkehrstangente und den Neubau von Fernbahngleisen hält er für eine interessante Entscheidung, die Fragen aufwerfe. „Es ist aber auch klar, dass die neuen Gleise in jedem Fall von der Deutschen Bahn hätten gebaut werden müssen“, sagt er. „Ob diese nun Gütergleise oder Nahverkehrsgleise baut, ist in meinen Augen nicht entscheidend, die zugesagte Trassenfreihaltung ist ja unstrittig.“

Auch Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) sieht keinen Grund zur Aufregung: „Mir ist nicht bekannt, dass die jüngsten Erkenntnisse zu Verzögerungen der TVO führen.“

Entwarnung auch von der Verkehrsverwaltung: „Es war immer klar, dass neue Gleise gebaut werden, wegen der TVO verschiebt sich nichts“, sagt Pressereferentin Constanze Siedenburg. Die TVO und die NVT seien aufeinander abgestimmt. Es stünden ausreichend Flächen für die neuen Fernbahngleise wie für die NVT zur Verfügung.