Nachhaltigkeit

Der Cleantech Business Park ist ein Ladenhüter

In fünf Jahren hat sich nur ein Unternehmen in dem Gewerbegebiet angesiedelt. Eine neue Vermarktungsstrategie soll nun zum Erfolg führen.

Nur Swissbit hat sich bislang im Cleantech Business Park in Marzahn niedergelassen.

Nur Swissbit hat sich bislang im Cleantech Business Park in Marzahn niedergelassen.

Foto: Julia Hubernagel

Von großem Erfolg gekrönt war er bislang nicht, der Aufbau des neuen Cleantech Business Parks im Marzahner Norden. 90 Hektar Fläche stehen für Firmengrundstücke nachhaltiger Unternehmen bereit – seit nunmehr schon fünf Jahren. Doch nur ein Unternehmen hat bereits Flächen gepachtet: Swissbit stellt seit Anfang dieses Jahres Speichermedien auf einem Teil des Geländes in Marzahn her.

Daher beschloss der Bezirk im letzten Jahr, die Vermarktung des Cleantech Business Parks an die Wista Management GmbH abzugeben. Seit wenigen Tagen liegt die Verantwortung für das Gelände nun bei dem landeseigenen Unternehmen für Standortmarketing: Die Wirtschaftsverwaltung gab dem Übereignen der Grundstücke in der vergangenen Woche statt.

Wista ist bereits mit Unternehmen im Gespräch

Das landeseigene Unternehmen hat bereits in den letzten Monaten Gespräche mit geeigneten Firmen geführt. „Wir sondieren gerade mit einigen Unternehmen“, sagt Peter Strunk, Pressesprecher der Wista. Mit der Übertragung der Flächen an die Wista geht eine bedeutende Änderung einher: Ursprünglich sollten sich nur Unternehmen mit großem Flächenbedarf auf dem Gelände ansiedeln, doch nun wird eine kleinteiligere Verpachtung angestrebt. „Wir sind nicht der Meinung, dass die ausschließliche Verpachtung an große Unternehmen zielführend ist“, sagt Strunk.

Die Wirtschaftsverwaltung sieht das ähnlich. „Fläche ist ein wertvolles, nicht vermehrbares Gut“, sagt die Sprecherin Svenja Fritz. Durch die kleinteilige Parzellierung „soll ansiedlungsinteressierten Unternehmen, die mit ihrer Nutzungskonzeption und ihrer Arbeitsplatzdichte den Anforderungen des Landes Berlin entsprechen, ein möglichst passgenaues, unnötigen Flächenverbrauch vermeidendes Grundstück angeboten werden.“ Weiter ändere sich sonst nichts am Konzept.

Areal ist mit dichter Wildblumenwiese bewachsen

Fünf Jahre nach Eröffnung des Cleantech Business Parks soll so endlich Bewegung in die Verpachtung kommen. Momentan ist das Areal mit einer dichten Wildblumenwiese und hohem Gras bewachsen. Dabei zeigten durchaus einige Unternehmen Interesse an dem Gebiet. „Die Attraktivität liegt ja immer im Auge des Betrachters und es erreichen uns sehr viele Anfragen“, sagt Wirtschaftsstadträtin Nadja Zivkovic (CDU). „Es gibt aber aufgrund der Fördermittel in Höhe von 38 Millionen Euro, die in die Fläche geflossen sind, bestimmte Voraussetzungen, die die Unternehmen mitbringen müssen, das ist nicht immer gegeben.“

Ansiedeln dürfen sich im Park nur Firmen aus der Clean-Tech-Branche; also jene, die mit umweltfreundlichen Energien beziehungsweise deren Speicherung, Kreislaufwirtschaft, nachhaltiger Wasserwirtschaft oder Materialeffizienz in Verbindung stehen. „Das hat nichts mit ‚zu hohen Auflagen‘ zu tun“, sagt Svenja Fritz. „Vorhaben mit hohem Flächenverbrauch, hohem Verkehrsaufkommen und geringer Arbeitsplatzdichte werden auch weiterhin nicht zum Zuge kommen können.“

Ansiedlung von Start-ups bleibt wohl die Ausnahme

Zielgruppe für den Clean Tech Businesspark seien auch klassische mittelständische Betriebe aus Berlin, die ihre Expansionspläne am bisherigen Standort nicht mehr realisieren könnten, so Fritz. Mit der Ansiedlung von Start-ups rechne man jedoch auch zukünftig nicht, da diese eher in Gewerbehöfen, Bürogebäuden oder Technologiezentren Geschäftsräume anmieteten, um flexibel zu bleiben. „Insofern ist deren Ansiedlung im Clean Tech Businesspark nicht ausgeschlossen, wird jedoch eher die Ausnahme sein.“