Marzahn-Hellersdorf

Gut Biesdorf: 400 Wohnungen bereits bezugsfertig

Rund um das historische Gut Biesdorf entstehen Mehrfamilienhäuser. Die meisten Wohnungen sind bereits fertig.

Bis 2021 entstehen rund um das historische Gut Biesdorf über 500 Wohnungen.

Bis 2021 entstehen rund um das historische Gut Biesdorf über 500 Wohnungen.

Foto: Stadt und Land

Berlin.  Es geht voran rund um das ehemalige Gut Biesdorf. Nahe des Elsterwerdaer Platzes errichtet das Wohnungsbauunternehmen Stadt und Land seit der Grundsteinlegung 2017 ein neues Wohngebiet mit über 500 Wohneinheiten. Damit gehört es zu den größten Wohnungsbauprojekten in Marzahn-Hellersdorf. 400 Wohnungen sind nun bezugsbereit und werden in wenigen Monaten vermietet. Bis Mitte 2021 soll das restliche Gebiet fertiggestellt sein.

Bezirksbürgermeisterin Dagmar Pohle (Linke) ist überzeugt: „Dieses Wohngebiet wird eins der attraktivsten in Marzahn-Hellersdorf sein.“ Mehrfamilienhäuser mit drei und fünf Geschossen bieten an der Weißenhöher Straße künftig etwa 1 000 neuen Bewohnern Platz. Die Wohnungen sind zwischen ein bis fünf Zimmer groß, 172 sind barrierefrei zugänglich. Rund 40 Prozent der Wohneinheiten ist geförderter Wohnraum und wird zu 6,50 Euro pro Quadratmeter vermietet.

Alter Kuhstall wird in Wohnquartier integriert

Neben dem Neubau werden auch die bestehenden historischen Gebäude in das Wohnquartier integriert. Im Jahr 1887 kaufte der Erfinder Werner von Siemens, der den Vorläufer der heute bekannten Elektrotechnikfirma gründete, das Schloss und Gut Biesdorf. Zwei Jahre später ließ er einige Wirtschaftsgebäude errichten, darunter auch den heute noch vorhandenen Kuh- sowie Pferdestall. In die historischen Gebäude soll künftig eine Physiotherapie-Praxis und ein Stadtteilzentrum einziehen.

Bei großen Bauvorhaben müsse man den Schulbau konsequent mitdenken, fordert Dagmar Pohle. Eine Grundschule an der nahe gelegenen Haltoner Straße ist bereits geplant, auch eine Oberschule soll hier entstehen. Marzahn-Hellersdorf verzeichnet seit einiger Zeit wieder mehr Zuzug. So laute die Prognose, dass die Bevölkerung um ca. 7 bis 8 Prozent in den nächsten Jahren wachse, sagt Pohle. „In der Altersgruppe der 11- bis 14-Jährigen sind es sogar 11 Prozent.“ Schulen werden daher vielerorts im Bezirk dringend gebraucht. Mit Containern, die an einigen Schulstandorten aufgestellt werden, um kurzfristig Abhilfe bei Überbelegung zu schaffen, „verbrenne man letztlich Geld“, meint Pohle. Sie hofft, dass es künftig besser gelingt, die passende Infrastruktur parallel zu bauen.

Marzahn-Hellersdorf sehr aktiv im Wohnungsbau

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) lobt den Bezirk hingegen für seine Baupolitik. Nirgends in Berlin werde in den nächsten Jahren so viel gebaut wie hier. „Marzahn-Hellersdorf steht für eine riesige Kraftanstrengung im Wohnungsbau“, sagte er bei einem Rundgang auf der Baustelle.

Tatsächlich steht der Bezirk momentan im berlinweiten Vergleich gut da, was die Bauprojekte betrifft. So stellte die Stadt und Land im Februar über 400 Wohnungen in Hellersdorf fertig. Auch das größte Wohnungsbauprojekt liegt in Hellersdorf: Rund um das Gut Hellersdorf baut die Gesobau ein neues Stadtquartier. 1500 Wohnungen sollen dort bis 2023 entstehen.