Brückenbau

Wuhletalbrücke erst 2025 wieder befahrbar

Der Neubau der Wuhletalbrücke soll erst 2022 beginnen. Kritik am Zeitplan von Linke und CDU.

Bereits seit letztem Jahr ist die Wuhletalbrücke gesperrt. Bis 2025 müssen Autofahrer Umwege in Kauf nehmen.

Bereits seit letztem Jahr ist die Wuhletalbrücke gesperrt. Bis 2025 müssen Autofahrer Umwege in Kauf nehmen.

Foto: Robert Schlesinger / picture alliance / ZB

Berlin. Seit fast einem Jahr ist die Wuhletalbrücke im Norden Marzahns nun gesperrt. Wegen Rissen im Beton und statischen Einschränkungen ist die Standsicherheit nicht mehr gewährleistet, die Brücke muss abgerissen und neu errichtet werden. Als Teil der B158 weist sie ein erhöhtes Verkehrsaufkommen auf. Seit der Sperrung muss insbesondere der Pendelverkehr aus dem Brandenburger Umland auf Nebenstraßen ausweichen. Doch die Abrissarbeiten sollen erst 2022 beginnen. Eine Nutzung wäre somit erst frühestens 2025 möglich.

Die Linksfraktion im Bezirk will sich damit nicht abfinden. Man versuche, einen Baubeginn vor 2022 einzuleiten, erklärt der Abgeordnete Kristian Ronneburg, „aber gerade angesichts der Corona-Pandemie wäre es nicht seriös zu behaupten, dass das einfach so ginge“. Dafür müssten die notwendigen Investitionsmittel bereitgestellt werden. „Ohne die Bereitstellung der Mittel im nächsten Doppelhaushalt wird es keine zeitnahe Erneuerung geben, und dafür setzen wir uns ein“, so Ronneburg. Sobald die Planungen vorangeschritten sind, müssten die Mittel für Abriss und Neubau samt Fuß- und Radwegen bereitgestellt werden.

Auch aus der CDU kommt Kritik. 2022 mit den Arbeiten zu beginnen, sei viel zu spät, sagte der Abgeordnete Christian Gräff der „B.Z.“ „Ein Baubeginn Ende dieses Jahres sollte zu schaffen sein.“

Brückenneubau mit Straßenbaumaßnahmen verzahnt

Anfang 2020 ist das europaweite Vergabeverfahren für die Planungsleistungen mit einer Beauftragung abgeschlossen worden. Die Vorplanungsunterlagen werden jedoch erst im dritten Quartal 2020 vorliegen und die Bauplanungsunterlagen noch ein ganzes Jahr später.

Eine Umplanung der Einzelmaßnahmen würde jedoch zu Verzögerungen anderer „dringend benötigter Infrastrukturmaßnahmen führen“, gibt eine Sprecherin der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz zu bedenken. Denn der Neubau der Wuhletalbrücke erfolgt im Zusammenhang mit den Baumaßnahmen der Märkischen Allee und ist in den Bauabfolgen mit ihnen verzahnt.

8,4 Millionen Euro sind allein für den Brückenneubau im Investitionsprogramm des Landes angemeldet.

Große Neubauvorhaben in Marzahn und Biesdorf

Im Bezirk Marzahn-Hellersdorf stehen in den nächsten Jahren bereits einige Brückenarbeiten an. So werden Ende 2022 alle fünf Brücken des Marzahner Knotens abgerissen und neugebaut. Sechs Jahre dauern die 82 Millionen teuren Neubauarbeiten. Und auch die südliche Blumberger Damm-Brücke wird aufwendig neu errichtet. Hier sollen bereits Anfang 2021 die vier Jahre dauernden Bauarbeiten beginnen.

Ein vorzeitiger Neubau der Wuhletalbrücke dürfte sich schwierig gestalten: 52 marode Brücken gibt es aktuell in Berlin. Aufgrund des Sanierungsrückstandes hatte der FDP-Abgeordnete Stefan Förster daher bereits Anfang April ein Sonderprogramm für Brückensanierungen gefordert.

Auch der Personalmangel in dem Bereich dürfte für weitere Verzögerungen sorgen. Der Bedarf an Fachkräften im Brückenbau sei „eklatant“, hatte die Verkehrsverwaltung auf eine Linke-Anfrage mitgeteilt.